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»Was im Netz ist, bleibt im Netz«

Created by Cornelia Müller am in Kategorie: Gesellschaftswissenschaften

Jeder achte Mensch weltweit ist bei Facebook registriert, deutschlandweit sogar jeder vierte, Tendenz steigend. An Facebook, Twitter, Google+ und wie sie alle heißen kommt niemand vorbei. Facebook, Twitter und Co.? »Gefällt mir!« Social Media sind das Thema der sechsten Auflage von »Espelkamp kommt ins Gespräch« gewesen, veranstaltet von Stadtmarketing und der Firma Harting.

Deshalb hat der Stadtmarketingverein in Kooperation mit der Firma Harting am Donnerstag das Thema bei »Espelkamp kommt ins Gespräch« auf die Agenda gesetzt. Vor über 100 Zuhörern informierte Thorsten Ising, Projektleiter bei der Paderborner Internet-Marketing-Agentur Code-X, in der Aula des Söderblom-Gymnasiums über Chancen und Risiken der »Social Media«.

Ising hob zunächst hervor, welche Bedeutung die Social Media, die als Plattformen zum gegenseitigen Austausch von Meinungen und Erfahrungen dienten, bereits hätten: Schon jetzt würden weltweit in jeder Minute 35 Stunden Videomaterial bei Youtube und zwei Milliarden Bilder bei Facebook hochgeladen. »Der Stellenwert ist nicht mehr wegzudiskutieren«, sagte Ising, »weder im privaten, noch im unternehmerischen Bereich.«

Vier Faktoren machten das »Mitmach-Netz« aus unternehmerischer Sicht besonders attraktiv: 1. die Möglichkeit, interaktiv und multimedial zu werben, 2. die Schnelligkeit, 3. die nahezu unbegrenzte Reichweite und 4. die Messbarkeit (jeder Klick wird registriert). Jedes einzelne Mitglied des Netzwerkes funktioniere als Multiplikator, der seine Erfahrungen mit anderen teilt und sie dadurch verbreitet. Aus Marketing-Sicht biete das ein riesiges Potenzial: »Menschen vertrauen Menschen. 78 Prozent vertrauen Empfehlungen im Web.« Lob und Kritik verbreiteten sich über soziale Netzwerke enorm schnell und weit. Für die Unternehmen bedeute das: »Nur, wenn Sie authentisch sind, können Sie Produkte verkaufen. Das, was Sie versprechen, müssen Sie auch halten.« Außerdem ergebe sich daraus auch die Notwendigkeit zum »Monitoring«: »Ich muss jederzeit aufpassen, was über mich berichtet wird.«

Ising verglich die Social Media mit einem »Marktplatz, der 24 Stunden am Tag geöffnet ist.« Die Möglichkeiten, die sich daraus ergäben, seien fast unbegrenzt - es gebe allerdings auch Risiken, fügte Ising hinzu und nannte vor allem Kontrollverlust, Transparenz und überstürztes Mitmachen. »Was im Netz ist, bleibt im Netz«, warnte Ising, »das Internet vergisst nichts.« Dennoch überwogen für den professionellen Internet-Werber Ising bei einem verantwortungsvollen Umgang mit den Social Media die Chancen.

Als »social evening« (Margrit Harting) klang die Veranstaltung aus: Isings Vortrag hatte den Teilnehmern viele Denkanstöße geliefert, so dass beim anschließenden Imbiss noch angeregt weiter über Nutzen und Gefahren der Internet-Netzwerke diskutiert wurde.

Espelkamper Zeitung vom 18. Februar 2012