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Vier Tage Musik und Harmonie erlebt

Erstellt von Karsten Schulz am in Kategorie: Big-Band

35 Mitglieder der Söderblom-Big-Band auf Kirchentagstour / Das Repertoire kam an.

Auf der siebenstündigen Hinfahrt waren noch alle aufgekratzt, da dachte niemand an Schlaf. Sogar ein kleines Liederbüchlein hatten einige selbst zusammengestellt und spielten und sangen daraus im Bus. Auf der Rückfahrt – nach vier Tagen Kirchentagstournee in Dresden – war’s ruhig im Bus zurück nach Espelkamp. Alle 35 Söderblomer erholten sich schlafend von der anstrengenden und ereignisreichen Zeit, die hinter ihnen lag.

„Dennoch würden alle wieder zum Kirchentag fahren, auch wenn der nächste schon im kommenden Jahr wäre“, sagt Christoph Heuer, Musikpädagoge und Bandleader. Auch an ihm sind die Strapazen nicht spurlos vorübergegangen. Dennoch zieht er ein sehr positives Fazit: „Wir hatten sehr erfolgreiche Tage. Es hat die gesamte Band noch stärker zusammengeschweißt.“ Drei Auftritte absolvierte die bekannte heimische Jazzformation in Dresden. Der erste war auf der offiziellen Großbühne des Evangelischen Kirchentages. Dort konnten sie allerdings nur eine halbe Stunde spielen. Vor allem Laufkundschaft hörte sich interessiert die Darbietungen der Espelkamper an.

Beim zweiten Auftritt handelte es sich schon um ein richtiges Konzert. Das gaben die 35 jungen Männer und Frauen nebst ihrem Leiter in einem Jazz–Keller in der Stadt, der in einem Kulturzentrum mit dem bezeichnenden Titel „Wechselbad“ zu finden war. Eigentlich sollten sie nur eine Stunde spielen, doch da sie mit den Aufbauten schon sehr früh fertig waren, fingen sie auch eher an. So wurde daraus ein anderthalbstündiges Programm.

Auf diese Weise konnten die Espelkamper ihr komplettes Repertoire abspielen. Heuer: „Der Keller war pickepackevoll und die Stimmung war einfach super.“ Für die Söderblomer Barden war dies eine ganz neue Erfahrung: zum ersten Mal spielten sie nicht in einer ihnen vertrauten Umgebung vor vertrautem Publikum, sondern vor einem doch leicht verwöhnten Großstadtpublikum Und ihre Musik wurde begeistert angenommen. „Das wirkt noch lange noch“, ist sich Heuer sicher. Beim dritten Auftritt begleiteten sie eine Aktion. Hier war die Musik eher für den Hintergrund gedacht.

Zwischendurch hatten die jungen Musiker immer mal wider Gelegenheit sich in Gruppen, alleine oder als Pärchen den Kirchentag selbst anzuschauen oder in die Stadt zum shoppen zu gehen. Einmal traf sich die ganze Truppe in der Mittagszeit unter einem großen Schatten spendenden Baum am Elbufer. Und manche trauten sich sogar mit Klampfe in die Fußgängerzone zu gehen und dort als Straßenmusiker Erfahrungen zu sammeln. Auch zur Jam Session im bereits bekannten Jazz-Club kam man anschließend wieder zusammen – auch mit anderen Musikern Deutschlands,um sich auszutauschen oder weil man nur einfach Freude am gemeinsamen Musizieren hatte.

Neue Westfälische vom 7. Juni 2011