Seite an Seite Miteinander – Projekttag am Söderblom-Gymnasium setzt starkes Zeichen für Toleranz und Vielfalt
Unter dem Motto „Seite an Seite - Miteinander“ erlebten alle Jahrgangsstufen einen ganztägigen Projekttag, der bewusst fächerübergreifend angelegt war und Werte wie Toleranz, Diversität und gelebte Vielseitigkeit in den Mittelpunkt rückte. Patricia Leonhardt berichtet über Eindrücke des Tages.
Eröffnet wurde der Tag in der Aula der Schule durch einen Redebeitrag von Noée Wedhorn und Rieke Gosewehr im Namen der SV. Sie lobten die Initiative der Schülerschaft, den Wunsch nach einem solchen Projekttag in die Tat umzusetzen. Nach der Begrüßung durch Schulleiterin Marie-Luise Schellong betonten mehrere Gäste in kurzen Ansprachen die Bedeutung des Miteinanders: Dr. Henning Vieker, Bürgermeister der Stadt Espelkamp, hob das Engagement der Schule für ein respektvolles Schulklima hervor und betonte, dass ohne das Miteinander keine Demokratie existieren könne. Siegfried Gutsche, stellvertretender Landrat, dankte dem Kollegium und den Schüler*innen für ihren Einsatz. Finn Holsing, Pate des Projektes „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“, der selbst einst Söderblomer war, sprach über seine Erfahrungen als Botschafter für Zivilcourage, während Sabine Lange als Workshopleitung „Leben mit Vielfalt“ die Teilnehmer*innen auf den Tag einstimmte und von ihren eigenen Erfahrungen berichtete.
Im Anschluss verteilte sich die Schülerschaft auf ein breites Workshop-Angebot, das die Lehrkräfte eigens für diesen Tag entwickelt hatten und aus dem Schüler*innen im Vorfeld nach Interessen und Fähigkeiten wählen konnten.
In dem Biologieworkshop „Gleiche Gene, gleiche Rechte – die Biologie räumt mit dem Rassenbegriff auf“ setzte sich Oliver Thielking gemeinsam mit den Jugendlichen wissenschaftlich mit der Frage auseinander, warum der Begriff „Rasse“ aus biologischer Sicht nicht haltbar ist. Durch anschauliche Experimente und Diskussionen erarbeiteten die Teilnehmenden, wie genetische Vielfalt tatsächlich funktioniert und warum sie eine gemeinsame Grundlage für Gleichberechtigung bildet.
Parallel dazu untersuchte Henrike Rolfs im literaturwissenschaftlich geprägten Workshop „Pippi Langstrumpf und Co. - Die Sprache der Kinderbuchklassiker unter der Lupe“, wie sich Sprache in bekannten Kinderbüchern verändert hat. Die Schüler*innen analysierten Textauszüge, verglichen alte und neue Ausgaben und diskutierten angeregt, wie Sprache unser Denken prägt.
Digitale Perspektiven boten Jenny Heidrich und Frederike Schmidt mit ihrem Workshop „#DigitalDiversity – Vielfalt im Netz sichtbar machen und bewusst gestalten“. Hier ging es darum, sich ausgewählte Social-Media-Profile anzusehen und zu untersuchen, inwiefern Vielfalt gezielt dargestellt wird. Zuletzt entwickelten sie Strategien, wie man Vielfalt im digitalen Raum positiv sichtbar machen kann.
Auch künstlerisch wurde das Thema Vielfalt aufgegriffen. In dem Workshop „Vielfalt in Farbe – Ein Porträt des Miteinanders“ gestalteten Patricia Leonhardt und Sarah Aderhold gemeinsam mit den Teilnehmenden großformatige Porträts aus einzelnen, ganz individuellen Gesichtsteilen verschiedenster Nationalitäten und Altersgruppen. Dabei entstanden vielfältige Werke, die das Miteinander an der Schule symbolisieren und später im Schulgebäude ausgestellt werden sollen.
Ein besonders bewegender Beitrag kam aus dem Fachbereich Musik: Dr. Alexander Niemeyer leitete den Workshop „Wie fasst man das Unfassbare? – Film(musik) als Medium des Erinnerns an den Holocaust“. Die Schüler*innen beschäftigten sich mit ausgewählten Filmausschnitten und Musikstücken, analysierten deren Wirkung und erörterten, wie künstlerische Medien helfen können, Erinnerungskultur zu stärken und historische Verantwortung zu vermitteln.
Neben den Angeboten der Lehrkräfte bereicherten externe Partner*innen den Tag. Das Team von Codefryx sensibilisierte unter dem Titel „Cybermobbing – Social Media und Gefahren im Netz“ für den Umgang mit digitalen Gefahren, Jan Schmale ließ die Jugendlichen in erlebnispädagogischen Übungen Kooperation und Vertrauen erfahren, und Sebastian Dold (Realschule Bünde-Mitte) entwickelte mit Schüler*innen in dem Singer-Songwriter-Workshop „Unser Song gegen Rassismus“ einen schuleigenen Song im Sinne des Projekttages.
Am Mittag wurden die Ergebnisse der Workshops bei einem offenen Rundgang in der Schule präsentiert. Ergänzt wurde dies durch ein buntes Bühnenprogramm, das musikalische, künstlerische und sportliche Beiträge vereinte. Dabei zeigten die Schüler*innen bei verschiedenen Tanzeinlagen und Poetry-Slam-Darbietungen ihr Können. Zuletzt wurde auch der neue Song gegen Rassismus vorgetragen. Einen besonderen Platz fand zudem die neue Sitzbank, die von der Lebenshilfe Heinsberg gebaut wurde, mit der Aufschrift „Kein Platz für Ausgrenzung“. Die Bank wurde im Workshop mit Melanie Weick und Martina Renken von den Schüler*innen zusammengebaut und bemalt. Bewusst fehlt ein Teil der Sitzfläche, was auf kreative Art und Weise zeigt, dass Ausgrenzung an unserer Schule keinen Platz hat und alle Schüler*innen dazu einlädt, "Seite an Seite" zu verweilen.
Die Gesamtorganisation des Projekttages lag bei den Lehrkräften Kim Lüers, Ansgar Thode und Christian Vogt. „Wir sind überwältigt von der Resonanz. Man spürt, dass dieser Tag nachhaltig wirkt und viele Gespräche und neue Ideen angestoßen hat“, resümierte Ansgar Thode zufrieden. Kim Lüers und Christian Vogt ergänzten: „Ohne die Initiative unserer Schüler*innen aus der SV wäre dieser Projekttag in der Form nicht möglich gewesen.“
Neben der finanziellen Unterstützung durch das Bündnis Demokratie Leben Espelkamp und der Volksbank PLUS wurde der Projekttag auch vom Verein der Freunde, Förderer und Ehemaligen des Söderblom-Gymnasiums getragen.
Zum Abschluss des Tages versammelten sich alle Schüler*innen und Lehrkräfte im Albert-Pürsten-Stadion. Dort stellten sie sich zu einem großen Peace-Zeichen auf, das per Drohne aus der Luft fotografiert wurde – ein sichtbares Friedenssymbol und ein starkes Statement gegen Diskriminierung und Hass. „Dieser Projekttag hat gezeigt, dass wir als Schulgemeinschaft gemeinsam stark sind und Vielfalt nicht nur akzeptieren, sondern feiern“, fasste Schulleiterin Marie-Luise Schellong abschließend zusammen.