Meister neu interpretiert
»Das Geheimnis der Kunst liegt darin, dass man nicht sucht, sondern findet.« Getreu diesem Leitsatz von Pablo Picasso haben sich 26 Schüler des Kunst-Leistungskurses des Söderblom-Gymnasiums dem kunstpädagogischen Projekt »Bilder antworten Bildern« gewidmet.
Mehrere Originale bekamen die jungen Espelkamper als Ideengeber: »Im englischen Garten« von Otto Quante, »Tod in Basel« von Alf Welski, »Requisiten« von Reinhold Voss, »Komposition« von Rose Dietrich, »Drei Soldaten am Grab« von Ernst Schomer, »Gracht« von Hans Möller und »Der Trinker« von Benno Kersting. Die Werke sind Teil der Sammlung der Stiftung der Sparkasse Minden-Lübbecke zur Förderung von Kunst und Kultur, die seit Jahren diese Projekte unterstützt.
»Wir wollen eine aktive, direkte und kreative Auseinandersetzung mit den Originalen«, sagte Volker Böttcher vom Stiftungsvorstand zu Beginn des Projektes. Das Ergebnis war eine spannende Umsetzung der eigenen Ideen. Zunächst hingen die Werke der Schüler im Preußen-Museum. Jetzt wanderten sie zusammen mit den Originalen in die Stadtbücherei Espelkamp. Burkhard Kleine vom Bürgerhausverein Espelkamp, freute sich, dass zum dritten Mal Projektergebnisse im Bürgerhaus ausgestellt werden.
Der »Englische Garten« von Otto Quante inspirierte die meisten der Schüler. Das Schwarz-Weiß-Bild bekam bei den angehenden Abiturienten Farbe. Die Jahrezeiten kamen zur Geltung. Licht und Schatten kamen zum Vorschein. die dargestellten Personen wurden menschlicher.
»Der Trinker« von Benno Kersting zeigte sich sogar in einem aus Wein- und Bierflaschen gelegtem Scherben-Mosaik. Eine Plastik bekam das Bild von den »Drei Soldaten am Grab«: übrig blieb das Gewehr.
Hartwig Kleinboth, Kunstlehrer des Söderblom-Gymnasiums, sah in den Ausstellungsstücken viele spannende Fragen in dem Spannungsbogen zwischen Original und Schülerwerk beantwortet: »Wie entsteht Kreativität?, Was sagt der Schüler dem Künstler? Was hätte er besser und anders machen können? Wie kann das Schülwerk das Original unterstützen?« Kleinboth gewährte seinen Schülern viel Spielraum. Nur eins sagte er: »Die Originale sollten nicht kopiert werden.«
Espelkamper Zeitung vom 4. Juni 2011