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Kunstobjekte sind angekommen

Erstellt von Klaus Kapries am in Kategorie: Kunst

Nun sind sie auch in Espelkamp angekommen – die Bilder und Kunstobjekte, die Schülerinnen und Schüler des Kunst-Leistungskurses 12 des Söderblom-Gymnasiums unter der Leitung ihres Lehrers Hartwig Reinboth angefertigt haben.

Die künstlerischen Arbeiten, mit denen sie an dem Kunstpädagogischen Projekt „Bilder antworten Bildern“ der Stiftung der Sparkasse Minden-Lübbecke teilgenommen haben, waren in den vergangenen zwei Wochen im Preußen-Museum Minden zu sehen.

Seit der Eröffnung am Montagabend sind sie nun wieder „in der Heimat“, nämlich in der Stadtbücherei zu sehen. Die Sparkassenstiftung verfügt über eine Sammlung von Bildern, die von Mindener Künstlern der Neuzeit angefertigt worden sind: Rose Dietrich, Bruno Kersting, Hans Möller- Porta, Otto Quante, Reinhold Voss und Alf Welski. Auch deren Originale sind, zusammen mit kurzen Erläuterungen und Lebenslauf in der Bücherei zu sehen.

Nach intensiver theoretischer Beschäftigung im Unterricht, haben die jungen Künstler über ihre eigene Reaktion auf die Bilder nachgedacht und diese in eigene Kompositionen und kreative Entwürfe umgesetzt.

Der Abschied der Soldaten von ihrem gefallenen Kameraden wird von einem Schüler sowohl in eine Skulptur als auch in ein zugehöriges Bild der im Dunkeln verschwindenden Männer umgesetzt.

Eine Schülerin abstrahiert noch weiter: Sie gestaltet die Skulptur eines Würfels, der mit einer Ecke auf einer Metallstange „schwebt“. Seine Seiten sind mit stark weichgezeichneten kleinformatigen Fotos beklebt: Familienbilder, Personenfotos vom Kinderalter bis ins Alter und plötzlich nur noch schwarze Fläche – ein schockierendes Sinnbild des plötzlichen Weggangs geliebter und nahe stehender Menschen.

Benno Kerstings „Die Trinker“ werden in eine Doppelreihe von Pop-Art-Bildern umgesetzt, die wie die zwei Seiten einer Medaille in Espelkamp an zwei Seiten einer Säule aufgehängt sind.

Sie zeigen einerseits den Absturz des Trinkers, andererseits die helfende Wirkung des Freundes. Andere gestalten eine Installation aus einem auf Leinwand gemalten blau-grünen Strudel und davor aufgehängten Flaschenscherben. Einer ist nach Hamburg gefahren und von dort mit einer ganzen Fotoserie über obdachlose Alkoholiker zurückgekommen.

Des weiteren malte er die Sicht des Obdachlosen über seine Schuhspitzen hinweg unter „seine“ Brücke und auf die gegenüberliegende Fluss-Seite. Das Bild selbst ist zersplittert in eine Fensterscheibe nach einem Steinwurf – ein Ausdruck der Hoffnungslosigkeit.

Zur Ausstellungseröffnung kommentierten die Schüler ihre eigenen Werke.

Ihre Arbeiten sind noch bis zum 24. Juni in der Stadtbücherei Espelkamp zu sehen.

Neue Westfälische vom 2. Juni 2011