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Schulleiterwechsel am Söderblom vor großen Veränderungen am Standort Espelkamp

Created by Karsten Schulz am in Kategorie: Schulleitung

Es war ein bewegender Tag für Christiane Seibel, die nach 14 Jahren an der Spitze des Söderblom-Gymnasiums stand und nunmehr von ihrem Dienstherrn, der evangelischen Landeskirche", "entpflichtet" wurde. Nicht weniger bewegend verlief der gestrige Tag für ihren Vize Ernst-Friedrich Brandt, der nach 20 (!) Jahren in dieser Position nunmehr am Ziel seiner pädagogischen Karriere angekommen ist. Zuvor war er von der Präses der Landeskirche Westfalen, Annette Kurschus, in einem festlich-feierlichen Gottesdienst in der Thomaskirche in den kirchlichen Dienst als Schulleiter des Söderblom-Gymnasiums verpflichtet worden.

Fast vier Stunden feierte die Schulgemeinde dieses große Ereignis, das die Ära Seibel beendete und die Ära Brandt startete. All dies geschieht vor dem Hintergrund großer Umstrukturierungs-Prozesse am Schulstandort Espelkamp, wie alle Redner immer wieder betonten. Noch stärker als bisher soll hier ein Campus "Evangelisches Schulzentrum" entstehen mit einer im Aufbau befindlichen Evangelischen Sekundarschule und einer auslaufenden evangelischen Birger-Forell-Realschule. Der Wechsel geschieht zudem vor dem Hintergrund der baulichen und vor allem energetischen Erneuerung des gesamten Gymnasiums und der pädagogischen Organisation eines Doppel-Abitur-Jahrgangs. So gab und gibt es immer viel zu tun an der renommiertesten Schule der Region.

Gefeiert wurde gestern einschließlich des Gottesdienstes gut vier Stunden lang. Und wie es dem Profil der Schule entspricht und vor allem auch der scheidenden Schulleiterin mit ganz viel Musik. Dies sei ein wichtiges Kennzeichen Seibels, deren weitere zwei markante Eigenschaften ihre Gastfreundschaft und natürlich auch das christliche Engagement sei, wie ebenfalls immer wieder betonte wurde.

So ist die Schulleiterin auch C-Kirchenmsukerin und Laienpredigerin. Die schulischen Interessen der Landeskirche vertritt sie im pädagogischen Ausschuss der Landeskirche, sie ist Mitglied der Landessynode und wird von Westfalen in die EKD-Synode entsandt.

Intensiv setzte sich Schuldezernent Wolfram von Moritz mit der Person Seibels auseiander. Sie habe das Söderblom "unverwechselbar" geleitet. "Ich habe Christane Seibel als eine Schulleiterin erlebt, für die das Gymnasium keine Veranstaltung ist alleine für die Starken, die Gewinner, für die auf der Sonnenseite des Lebens - sondern gerade auch für alle, deren Startbedingungen im Leben nicht ideal sind." Ihre Grundmelodie sei die "Liebe zu den Kindern und den jungen Erwachsenen" gewesen. Er beschreibt ihre "Art von Leitung": Die bestehe nicht aus "lauten Fanfaren", es sei die "Hingabe zur täglichen Praxis, die Abwehr von äußeren Zwängen und sie begegne bitterem Ernst mit Fröhlichkeit.

Mit Ernst-Friedrich Brandt habe es immer schon "ein starkes Team" an der Schule gegeben. Er werde "neue, eigene Spuren legen" aber auch für Kontinuität sorgen, so von Moritz.

Schuldirektor Ingo Klemisch von der Bezirksregierung bezeichnete das Söderblom als eine "Bereicherung der Schullandschaft im hohen Norden unseres Landes". Er hoffe, dass hier auch weiterhin christliche Werte gelebt und gelehrt würden.

Bürgermeister Heinrich Vieker stellte fest, dass das Söderblom-Gymnasium in "alle Bereiche der Stadtgesellschaft hineinwirkt". Es sei eine der "renommietesten und profiliertesten Bildungseinrichtungen Westfalens". Er hoffe, dass der neue Schul-Campus noch stärker zusammenwachse. "Herr Brandt, wir als Stadt lassen Sie dabei nicht alleine", rief er dem Nachfolger zu. Es olgten weitere zum Teil sehr bewegende und persönliche Ansprachen von Utel Wilmsmeier vom Ev. Schulbund, Tim Bergtold von der Schülerschaft, Kirsten Tirre und Isabel Bartling sowie Dieter Kröger und Petra Brauneck-Godwin vom Kollegium. sowie Barbara Müller vom Förderverein.

Musikalisch traten Marie Scjöppy, Daniela Geene und Sven Dittmann in Erscheinung.

© 2013 Neue Westfälische, Donnerstag 18. Juli 2013