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Schüler vom Söderblom-Gymnasium helfen Senioren

am in Kategorie: Gesellschaftswissenschaften

Während andere Ferien machen, gehen sie zur Arbeit: Acht Schüler absolvieren zur Zeit ein Praktikum in den Einrichtungen der Seniorenhilfe am Ludwig-Steil-Hof (LSH), dem Volkeninghaus und der Tagespflege. Sie nehmen damit an einem Diakonischen Projekt des Söderblom-Gymnasiums teil. Sie gehören der Jahrgangsstufe 8 an und sind zwischen 14 und 15 Jahre alt. Am LSH arbeiten sie 20 Stunden im Freizeitbereich und begleiten etwa ältere Menschen bei Spaziergängen oder bei Einkäufen oder sie lesen ihnen vor. Diese freuen sich darüber, auch junge Menschen um sich herum zu haben.

„Es ist eine klassische Win-win-Situation", meint Schwester Peggy Meerkötter-Puller, Leiterin des Volkeninghauses. „Wir sind froh über die Unterstützung und die jungen Leute lernen bei uns eine ganze Menge, nicht nur über die Altenpflege. Die Kommunikation, die so ganz unbefangen entsteht, ist für beide Seiten eine schöne Situation." In ihren Familien sind die Jugendlichen meist nicht mehr daran gewohnt, dass unterschiedliche Generationen zusammen sind.

Die persönliche Begegnung mit den alten Menschen lässt sie neu über ihre Lebensplanung nachdenken. Allein schon deswegen werden sie während ihrer gesamten Einsatzzeit von Betreuungsassistenten begleitet, die ihnen als ständige Ansprechpartner zur Verfügung stehen. „Das ist außerdem nötig, damit sie sich hier zurecht finden – unsere Häuser sind nämlich recht weitläufig", ergänzt Meerkötter-Puller.

Auch Schwester Maria Kopp, zuständig für die Leitung der Tagespflege, zeigt sich erfreut von der Arbeit der jungen Leute und der Wirkung, die diese auf ihre Gäste haben. „Die Anwesenheit der Jugendlichen sorgt stets für frohe Gesichter. Viele unser Gäste erinnern sich dann an ihre eigene Jugend, oder an ihre Kinder und Enkelkinder. So sind die Praktikanten eine wesentliche Bereicherung ihres Alltags."

Aber noch ein weiterer Aspekt spielt für sie eine große Rolle: „Die Sichtweisen, die in den Fragen der Praktikanten deutlich werden, zeigen uns routinierten Kräften oft völlig neue Aspekte auf, die uns neue Anregungen geben. Auch deswegen haben wir sie sehr gerne bei uns."

Die Zeit um Ostern ist eine gute Zeit für die Praktika. „Bei der Vorbereitung auf die Ostertage werden auch viele Dekorationen gestaltet oder selbst hergestellt", erklärt Schwester Peggy. „Da können Junge und Alte harmonisch zusammen arbeiten."

Auch werde viel gemeinsam gebacken, aber das sei so mehr Mädchensache, weiß Meerkötter-Puller aus Erfahrung.

Die Jungen mögen lieber etwas Handfesteres. „Die begleiten unsere Gäste besonders gerne auf Fahrten mit unseren Kleinbussen", bestätigt Schwester Maria. „Da unterhalten sie sich dann mit ihnen und helfen beim Ein- und Aussteigen."

Neue Westfälische vom 29. März 2016