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Henning Vieker (Abitur 2003) erhält Dissertationspreis

am in Kategorie: Physik

Der Weg des Physikers Henning Vieker ist schon lange vorgezeichnet. Mathematik und Physik waren bereits auf der Penne, dem Söderblom-Gymnasium in Espelkamp, seine Lieblingsfächer. "Die Physik ist einfach für mich immer sehr spannend gewesen, weil sie die Dinge auf grundlegende Gesetzmäßigkeiten reduziert", sagt Henning Vieker im Gespräch mit der NW. "Laberfächer" sind demgegenüber nicht so sehr sein Steckenpferd.

Die klare Denke des begabten Naturwissenschaftlers hat ihn konsequent seinen Weg weitergehen lassen. Er führt den Sohn des Espelkamper Bürgermeisters jetzt zu einem ersten Höhepunkt, dem Dissertationspreis der Uni Bielefeld für das Fach Physik, der heute verliehen wird. Immerhin ist er auch mit einer Fördersumme in Höhe von 1.000 Euro verbunden. Er wird verliehen von der "Universitätsgesellschaft Bielefeld" (Verein der Freunde und Förderer der Universität Bielefeld).

Ihn erhalten sowieso nur Studenten, die ihre Arbeit mit summa cum laude abgeschlossen haben. Von diesem erlauchten Kreis ist Henning Vieker jetzt als Bester ausgezeichnet worden.

Er promovierte in Bielefeld seit 2014 über Anwendungen der Heliumionen-Mikrospkopie. Aktuell arbeitet er für eine Hightech-Ausgründung der Universität, mit Namen "CMM Technologies", die Kohlenstoff-Nanomembranen herstellt. Die wissenschaftlichen Grundlagen für die Anwendung dazu lieferte unter anderem Henning Vieker.

Nach dem Abitur, das natürlich für den jungen Vieker wieder mit einer Auszeichnung verbunden war - er erhielt 2003 den Physikpreis - war schnell klar, wie es weitergehen soll. "Ich war schon immer offen für etwas Neues und habe gerne experimentiert", so Wissenschaftler Vieker. Er stürzte sich somit schnell auf die experimentelle Physik. Sehr schnell hat er sich an der Uni dort positioniert, wo man praktisch experimentieren konnte. In diesem Bereich, so Henning Vieker, bestimmt nicht der Computer allein die Forschung, hier sei der Computer "lediglich ein Hilfsmittel".

Schnell war klar, dass ihn das weite Feld der Mikroskopie am meisten interessierte. Vieker entdeckte die Heliummikroskopie als eine der zurzeit am weitesten entwickelte Technik und konzentrierte sich auf deren Weiterentwicklung. "Bielefeld hat Gott sei Dank ein solches Gerät, von denen es weltweit nur eine Handvoll gibt. Da erschloss sich mir plötzlich ein weites, neues Betätigungsfeld", leuchten seine Augen. Inzwischen war Henning Vieker als Doktorand und wissenschaftlicher Mitarbeiter angestellt worden und direkt in der Forschung tätig. "Was kann ich mit der Technik anfangen?", dieser Frage konnte und durfte der wissbegierige Wissenschaftler nach Herzenslust nachgehen. "Ich habe mich auf diesem Feld richtig ausgetobt.Weltweit hatte und hat man Interesse an den Ergebnissen der Forschungsarbeit aus Bielefeld", freut sich Vieker.

Er korrespondierte mit Wien, Dresden, Universitäten in den USA, mit Chemikern und Physikern aus Japan, Bremen und Oldenburg. Zudem gab es einen regen Gedankenaustausch mit anderen Physikergruppen von der Uni Bielefeld. Seine Spezialität war es, die Kohlenstoff-Nano-Membran gut abzubilden.

"Uns ist es gelungen, einige bisher blinde Flecken stärker zu erleuchten. Ich entwickelte einen ganzen Strauß von Ideen. Nun heißt es, sich vom Reagenzglas-Niveau bis zur kommerziellen Nutzung weiterzuentwickeln", so Vieker. Aus diesem Grunde ging er - gemeinsam mit Kollegen - zu CMM-Technology, ein neues Unternehmen, das eng mit Wissenschaftlern und der Uni zusammenarbeitet.

© 2016 Neue Westfälische, Mittwoch 17. Februar 2016