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Der Leiter des Musikschulverbundes Espelkamp-Rahden-Stemwede, Christian Wöbking. (Photo: C. Wöbking)
Musiklehrer Dr. Alexander Niemeyer betreut die Zusammenarbeit mit der Musikschule am Söderblom-Gymnasium.(Photo: Dr. A. Niemeyer)
Diese Instrumente können die Schülerinnen und Schüler lernen. (Photo: Dr. A. Niemeyer)

Neuer Anmelderekord bei Instrumental-AGs

Kooperation zwischen Gymnasium und Musikschule soll ausgebaut werden

„Nach zwei Tagen Instrumentenkarussell, bei dem insgesamt über 100 Kinder teilweise parallel unterschiedliche Musikinstrumente ausprobieren konnten, klingeln einem schon ziemlich die Ohren“, gesteht Alexander Niemeyer, Musiklehrer am Söderblom-Gymnasium und zuständig für die musikalische Koordination an der Schule, „aber wenn am Ende so eine hohe Anmeldezahl dabei herauskommt, nimmt man das kurzfristige Sausen des eigenen Gehörgangs natürlich sehr freudig in Kauf“.

Bereits direkt nach Schulstart im Sommer, als die Coronabeschränkungen dies noch zuließen, fand in den Musikräumen des Söderblom-Gymnasiums ein gemeinsam mit dem Musikschulverband Espelkamp-Rahden-Stemwede unter strengen Hygieneregeln durchgeführtes Instrumentenkarussell statt, bei dem die neuen Fünftklässler von Lehrkräften der Musikschule viele Musikinstrumente vorgestellt bekamen und diese auch selbst ausprobieren durften.

Ziel des Ganzen war es, möglichst viele Kinder für das Erlernen der Instrumente Violine, Cello, Trompete, Tenorhorn, Posaune, Klarinette oder Saxofon zu begeistern. Und das hat offensichtlich auch geklappt, denn mit insgesamt 33 Anmeldungen haben sich noch nie so viele musikbegeisterte „Söderblömchen“ wie dieses Schuljahr für die gemeinsam von Musikschule und Gymnasium durchgeführten Instrumental-AGs neu eingetragen.

„Vielleicht wären es sogar noch mehr Anmeldungen geworden“, vermutet Musikschulleiter Christian Wöbking, „denn normalerweise wäre auch das Instrument Querflöte mit im Angebot gewesen – doch hier hat uns Corona leider einen Strich durch die Rechnung gemacht.“

In den Instrumental-AGs erhalten die Schülerinnen und Schüler über insgesamt zwei Jahre (Jahrgangsstufe 5 und 6) von Lehrkräften der Musikschule in Kleingruppen grundständigen Instrumentalunterricht, der im derzeitigen Lockdown mit Online-Stunden per Videokonferenz überbrückt wird.

Ab dem zweiten AG-Jahr können die Kinder mit ihren bis dahin erworbenen Instrumentalfähigkeiten auch in den gymnasialen Ensemble-AGs für Anfänger, namentlich den „Swing-Mäusen“ (für Blas- und Bandinstrumente) und den „Land-Streichern“ (für Streichinstrumente), mitwirken und erleben, was es heißt, gemeinsam mit anderen zu musizieren und bei Auftritten etwa im Rahmen schulischer Andachten, Gottesdienste, Feste oder Konzerte das eigene musikalische Können ihrem Publikum zu präsentieren.

„All dies ist im laufenden Corona-Schuljahr natürlich nicht in gewohnter Form möglich“, erläutert Niemeyer, „aber dass die Kinder in dieser gerade auch für sie herausforderungsvollen Zeit des ständigen Herumsitzens zu Hause ohne persönlichen Kontakt zu Freunden und Mitschülern immerhin ihr Instrument haben und Musik machen können, hilft hoffentlich dem einen oder der anderen doch ein wenig über diese sehr schwierige Situation hinweg. Denn Musik ist Balsam für die Seele – erst recht, wenn man sie selbst macht“.

Damit das Instrumental-AG-Angebot von Musikschule und Gymnasium auch künftig so großen Zulauf wie in diesem Jahr bekommen kann, sind Wöbking und Niemeyer derzeit dabei, einen festen Kooperationsvertrag zwischen beiden Institutionen aufzusetzen, der in den nächsten Wochen fertig werden soll. „Solch eine feste Kooperation ist eine absolute Win-Win-Situation für beide Seiten“, erklärt Wöbking. „Wir von der Musikschule freuen uns natürlich über jedes einzelne Kind, das ein Instrument bei uns lernen möchte, da wir eine musikalische Ausbildung oder zumindest ein musikalisches Angebot für möglichst alle Kinder in unserem Einzugsgebiet anstreben“. Und Niemeyer ergänzt: „Am Gymnasium können wir auf diese Weise das musikalische Schulleben gleichsam systematisch ausbauen und weiterentwickeln und so auch immer mehr zu einem Aushängeschild unserer Schule werden lassen. Wir freuen uns daher sehr über diese großartige und vertrauensvolle Zusammenarbeit mit der Musikschule“.