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Erstmals war auch eine Typisierung möglich

Das Söderblom-Gymnasium geht mit gutem Beispiel voran

Espelkamp. In Zusammenarbeit mit dem Deutschen Roten Kreuz veranstaltete das Söderblom-Gymnasium eine Blutspendeaktion, und mit knapp hundert Voranmeldungen hatten die Helfer viel zu tun. Die Veranstaltung wurde von der Schülervertretung (SV) unter der Leitung von Mara Wunderlich (SV-Mitglied und stellvertretende Schülersprecherin) organisiert und fand für alle Beteiligten bereits zum sechsten Mal statt. Doch in diesem Jahr kam auf die Jugendlichen etwas Neues zu.

Neben dem Blutspenden konnten sich die Schüler auch typisieren lassen, um in eine Stammzellenspenderdatei aufgenommen zu werden. Beim Blutspenden wurden zuerst die Personalien der Schüler aufgenommen, erklärte Karsten Harmening vom Deutschen Roten Kreuz. Es musste ein Fragebogen ausgefüllt werden, auf dem medizinische Fragen zu beantworten waren. Dafür standen den Jugendlichen zwei Zivildienstleistende zum Beantworten von Fragen zur Verfügung.

Außerdem gab es ein Gespräch mit den Ärzten, wobei der Arzt entschied, ob gespendet werden darf oder nicht.

Denn bei zu niedrigem Blutdruck oder kurz zurückliegenden Krankheiten wurden die Schüler nicht zum Spenden zugelassen. Erst wenn nach allen Untersuchungen die Werte stimmten, ging es zum Spenderbett. Unter Beaufsichtigung dauerte das eigentliche Spenden von 500 Millilitern Blut nur zehn Minuten. Nach dieser ganzen Aufregung konnten sich die tapferen Blutspender auf leckere Bockwürstchen, belegte Brote und viel Cola freuen.

Der Imbiss wurde vom DRK Ortsverband Espelkamp bereit gestellt. Mara Wunderlich war mit der Resonanz ihrer Mitschüler bei der Blutspende sehr zufrieden. „Es sind 91 Spender erschienen, von denen 51 Erstspender waren.“ Auch das Ergebnis der Typisierung konnte sich sehen lassen und so konnte die Deutsche Knochenmarkspenderdatei (DKMS) 124 neue potenzielle Stammzellenspender in ihrer Datei aufnehmen.

Diese Anzahl ließ erkennen, dass den Schülern bewusst ist, dass sie mit einer Typisierung Menschenleben retten können und somit stellten sie sich auch gerne zur Verfügung.

Seit dem Gründungsjahr der DKMS (1992 ) haben sich bereits zwei Millionen Spender registrieren lassen und somit ist die DKMS zur weltweit größten Stammzellensonderdatei herangewachsen.

Seit 1994 wurden vermehrt solche Schulprojekte, wie jetzt am Söderblom-Gymnasium, durchgeführt. Von insgesamt 58.070 Schülern, die seitdem registriert wurden, kamen 552 bereits als Spender in Frage. „Normalerweise werden bei der Typisierung fünf Milliliter Blut abgenommen“, erklärte Bettina Steinbauer vom DKMS-Aktionsteam, doch aufgrund der gleichzeitig stattfindenden Blutspendeaktion des DRK, erfolgte es am Gymnasium über Wattebäuschchen mit denen Speichelproben von den Wangeninnenseiten entnommen wurden. „So müssen die Schüler auch nur einmal gepiekst werden“, scherzte Steinbauer.

Jeder gesunde Erwachsene im Alter von 18 bis 25 Jahren kann spenden, wenn er mindestens 50 Kilogramm wiegt. Jede Registrierung kostet der DKMS 50 Euro, die bei Schülern vollständig übernommen wird. Aus diesem Grund ist die Vereinigung auf Spenden angewiesen, um ihre Dateien weiter auszubauen. Das Motto der DKMS lautet „Gemeinsam gegen Leukämie“.

Leider kann für jeden fünften Patienten in Deutschland kein passender Spender gefunden werden. Die Typisierung als Schulprojekt bietet der DKMS eine gute Möglichkeit viele neue und vor allem junge Spender zu finden. Gerade junge Spender seien sehr wichtig, da sie von Transplantationskliniken bevorzugt werden.

Sie weisen geringere Abstoßreaktionen vor, ein besseres Immunsystem, weniger Vorerkrankungen und können noch lange in der Spenderdatei bleiben.

Durch diese Aktionen geht das Söderblom-Gymnasium mit gutem Beispiel voran. So hatten alle Beteiligten am Ende des Schultages Grund zur Freude, denn die Ergebnissen konnten sich wirklich sehen lassen.

 

© 2010 Neue Westfälische

Zeitung für den Altkreis Lübbecke, Samstag 13. Februar 2010