Stufen 7 bis 9

Für den Bildungsgang G8

Mit der Versetzung in die 7. Klasse treten die Kinder in die Mittelstufe unseres Gymnasiums ein. Sie haben mittlerweile verschiedene fachbezogene Anforderungen, Lernmethoden und Arbeitsformen kennen gelernt, einen festen Platz im Sozialgefüge ihres Klassenverbandes eingenommen und unsere Schule bestenfalls nicht nur als Ort des Lernens, sondern auch als Ort des Wohlfühlens erfahren.

Stufe 7

Der Unterricht ab Klasse 7 knüpft an diese Erfahrungen an, wendet sich jedoch allmählich vom konkret-gegenständlichen Denken ab und vermittelt Einsichten in komplexere Sachzusammenhänge und fächerübergreifende Verstehensprozesse. Die Anzahl der Wochenstunden steigt auf 32 bzw. 33 an, so dass an zwei bis drei Tagen nach einer Mittagspause erstmals auch Unterricht am Nachmittag stattfindet (vom MuKu-Unterricht in der Klasse 6 abgesehen). Die Lehrkräfte der Erprobungsstufe verbleiben in der Regel noch ein weiteres Jahr in ihren Klassen, um den Kindern den Übergang in die Mittelstufe zu erleichtern.

Nach wie vor findet der Unterricht größtenteils im Klassenverband statt. Aber Angebote fächerverbindenden Lernens, z. B. in den MINT-Fächern (MINT: Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften, Technik) sowie nach Interesse und Neigung gewählte Kurse im Differenzierungsbereich (Stufen 8 und 9) und im musisch-künstlerischen Bereich, eröffnen Möglichkeiten, das Lernen individuell zu gestalten. Die sozialen Kontakte beginnen über die Klassengrenzen hinauszuwachsen.

Die Auseinandersetzung mit der eigenen Person, die Anerkennung in der Gruppe der Gleichaltrigen sowie der Wunsch nach Selbstständigkeit spielen in diesem Altersabschnitt eine ebenso wichtige Rolle wie die Auseinandersetzung mit gesellschaftlichen Herausforderungen. Dieser Entwicklung versuchen wir unter anderem durch verschiedene außerunterrichtliche Veranstaltungen Rechnung zu tragen.

Zu Beginn der 7. Klasse führen wir eine fünftägige Klassenfahrt durch, die vor allem altersgemäße erlebnispädagogische Akzente setzt. Diese Veranstaltung fördert zudem die Integration von „Seiteneinsteigern“, die evtl. nach Abschluss der Erprobungsstufe von anderen Schulen zu uns wechseln.

Ein Informations- und Methodentag zu den Themen „Internetrecherche“ und „Chancen und Gefahren des Internets“ soll helfen, die Heranwachsenden zu einem behutsamen und kritischen Umgang mit einem Medium zu erziehen, dessen Einflüssen gerade junge Menschen vermehrt ausgesetzt sind.

Am Ende der Stufe 7 führen die Klassen einen Projekttag zum Thema „Sucht und Suchtprophylaxe“ durch, in dessen Mittelpunkt nicht nur verschiedene Arten von Sucht und deren Gefahren stehen, sondern vor allem Strategien zur Bewältigung von Konflikten, die eine Suchtentstehung möglicherweise begünstigen.

Stufe 8

In der Stufe 8 erfolgt eine Erweiterung der Fächer durch den Wahlpflichtbereich II. Die Schülerinnen und Schüler können wählen zwischen Latein als dritter Fremdsprache, Informatik, Rudern/Biologie, Kunst/Neue Medien und Pädagogik. Die Fächer sind versetzungsrelevant und werden der Fächergruppe II zugeordnet.
Hinzu kommt eine im Unterrichtsplan verankerte Pflichtstunde im musischkünstlerischen Bereich, die aber nicht benotet wird. Die Schülerinnen und Schüler können wählen zwischen verschiedenen Angeboten wie z.B. Chor, Handzeichnen, Kreatives Schreiben, ... Im zweiten Halbjahr, nach den Osterferien, absolvieren alle  Schülerinnen und Schüler ein diakonisches Praktikum in einer selbst gewählten Einrichtung, in der sie den Umgang mit alten oder behinderten Menschen erleben können. Vorbereitet wird das Praktikum im Religions- und Sportunterricht und umfasst ca. 20 Stunden am Nachmittag.

Zu Beginn des zweiten Halbjahres werden die Lernstandserhebungen in den Fächern Mathematik, Deutsch und Englisch durchgeführt. Die Auswertung erfolgt nach zentralen Vorgaben landesweit und soll Auskunft geben über die bis zum Testzeitpunkt erworbenen Kompetenzen in den einzelnen Fächern.

Stufe 9

In der Stufe 9 wird am Ende des ersten Halbjahres in einer Woche das Thema „Das Dritte Reich“ in einem fächerverbindenden Projekt behandelt. Die Schwerpunkte setzt das Fach Geschichte, alle anderen Fächer beteiligen sich mit fachbezogenen Themen aus der Zeit. Abgeschlossen wird das Projekt mit einem Besuch des „Felix-Nussbaum-Museums“ in Osnabrück.

Im zweiten Halbjahr findet ein sexualpädagogischer Projekttag außerhalb der Schule statt, der von zwei Diplom-Sozialpädagoginnen der AWO geleitet wird. Schwerpunkte dieser Präventionsveranstaltung sind sexualpädagogische Themen wie Freundschaft, Liebe, Partnerschaft, da insbesondere die Themen Aids und  Empfängnisverhütung in den Fächern Religion und Biologie behandelt werden.

Wichtiger Bestandteil zur Vorbereitung auf die Oberstufe ist ein Projekttag am Ende des Schuljahres zu dem Thema „Segel setzen für die Oberstufe“, der letzte Baustein unseres Methodentrainings in der Sekundarstufe I. Die fünftägige Klassenfahrt nach Berlin am Ende des Schuljahres wird vorbereitet durch einen Projekttag. In mehreren Modulen erarbeiten die Schülerinnen und Schüler historische, politische und geographische Themen zu unserer Hauptstadt. Zu dem umfangreichen Programm in Berlin gehört auch ein Besuch im Bundeskanzleramt und im Bundestag.