Der Kanuverein

Seit genau 100 Jahren gibt es den DKV (Deutscher Kanu Verband), den erfolgreichsten deutschen Sportverband bei olympischen Sommerspielen, nachzulesen in der aktuellen Mai-Ausgabe der Zeitschrift "Kanu Sport".
Seit genau 25 Jahren ist der Kanu-Schulsportverein des Söderblom-Gymnasiums (KSG Espelkamp) ein Teil davon.

Angefangen hatte alles mit einer Projektwoche des Gymnasiums. Ein paar Schüler und deren Eltern (z.B. Familie Poltrock) hatten das Projekt "Kanu in und mit der Natur" vorgeschlagen und nach Ablauf dieser Woche Nachhaltigkeit gefordert.

Die darauf folgende Einladung zur Gründung eines Vereins war datiert auf den "10. Mai 1989 (Mittwoch) um 19.30 Uhr im Lehrerzimmer/Söderblom-Gymnasium."

Gekommen waren zwar nicht mehr, als 2 Lehrer, 2 Schüler und 2 Eltern, aber der Anfang war gemacht und Frieder Siller wurde zum 1. Kanu-Schulsportwart gewählt.

Da die Ruderer der Schule großzügig und bereit waren, die kleine Gruppe in ihr neues Bootshaus aufzunehmen, war das Problem des Standorts schnell und glücklich gelöst

Es folgten zahllose 'Bettelbriefe' und Zuschuss-Anfragen an den LSB, die Stadt Espelkamp, den Förderverein der Schule, den Rotarier Club usw., die dazu führten, dass - zusammen mit den Mitgliedsbeiträgen - genügend Boote und Material angeschafft werden konnten, um einen geregelten Trainingsbetrieb und sogar Wanderfahrten für ganze Klassen organisieren zu können. An dieser Stelle nochmal ganz herzlichen Dank für die finanzielle Unterstützung!

1991 hatte der Verein bereits 22 Mitglieder, 1994 sogar 46 und die 50 wurden zum 1. Mal 1998 überschritten. Das jüngste Mitglied ist zur Zeit ein Jahr alt (Sohn eines Lehrers), das älteste ist 76 (ehemaliger Lehrer). Ein weiterer Senior, der für den Verein unverzichtbar geworden ist, ist Hermann Buhrmester aus Hille, der Großvater einer Schülerin. Jeder, der sich dem Söderblom-Gymnasium verbunden fühlt, kann Mitglied im KSG werden.

Ziel des Vereins ist es, vor allem Kindern und Jugendlichen ein interessantes Freizeitangebot anzubieten, verantwortungsvollen Umgang mit der Natur zu erfahren, die Technik des Paddelns zu erlernen, im Sommer vorwiegend auf dem Mittellandkanal, im Winter im Hallenbad, aber auch das Kräftemessen im Wettkampf oder im Wildwasser hat immer eine wichtige Rolle gespielt.

Die größten Erfolge im Schulwettkampf wurden um die Jahrtausendwende erzielt. Die Landesmeisterschaft, das Größte, was man im Kanu-Schulsport erreichen kann, wurde um Steuermann Nils Buchholz gewonnen. Der 2. Weserdrachencup der Schulen ging ebenfalls an das Söderblom-Gymnasium.

Insgesamt fanden ca. 100 Pokale den Weg ins Espelkamper Gymnasium. Die meisten davon wurden bei den Bezirksmeisterschaften der Schulen erkämpft.
Aber auch nach der Schule bleiben viele Mitglieder dem Wassersport, dem Verein und auch dem Wettkampf verbunden. Der erste Bootswart des Vereins, Kerstin Rümke, wurde letztes Jahr Quadrathlon Weltmeisterin (1 km Schwimmen, 5 km Paddeln, 25 km Radfahren und 5 km Laufen). Zwei 'Ehemalige' ließen sich in Österreich zu Raftführern ausbilden, und Tim Link hat im Rahmen seines Ingenieur-Studiums sogar schon ein schwimmfähiges Kanu aus Beton gebaut.

Jedes Jahr wurden mehrtägige Wildwasser- und Wanderfahrten veranstaltet, die die Teilnehmer die schönsten Plätze Deutschlands, Österreichs und der Schweiz erleben ließen. Meist wurde dabei in Zelten übernachtet, aber auch in Jugendherbergen, im feudalen Ulmer Bootshaus oder im Bundesleistungszentrum in Augsburg.

Vor Kurzem fand ein Generationenwechsel an der Spitze des Vereins statt. Zum 1. Kanu-Schulsportwart wurde Frank Tiemann gewählt. Damit ist weiterhin ein regelmäßiger Übungsbetrieb gewährleistet, und man darf auf interessante Wanderfahrten gespannt sein. Für dieses Jahr ist schon eine Tour nach Mecklenburg vorgesehen.

Die 25jährige Geschichte des KSG Espelkamp wurde zusammen mit dem Ruderverein RV Söderblom e.V. im Mai 2014 gefeiert.

Frieder Siller, 10. Mai 2014