Baumpflanzungsprojekt in Tanzania

Projektleiter: Pastor George Chobya
Der Partnerausschuss des Kirchenkreises Lübbecke, an dem sechs Gemeinden des Nordkreises, u.a. auch die Martinsgemeinde in Espelkamp, beteiligt sind, unterhält seit vielen Jahren eine Partnerschaft zu dem Kirchenkreis Bweranyange in der Karagwe-Diözese der Evangelisch-Lutherischen Kirche Tanzanias. Der Superintendent dieses Kirchenkreises, Pastor G. Chobya, hat den Partnerschaftsausschuss und die Eine-Welt-Gruppe des Söderblom-Gymnasiums bei seinem Antrittsbesuch im Kirchenkreis Lübbecke 1996 gebeten, dieses Projekt zu unterstützen. Es handelt sich dabei um ein Projekt, das auf 3 - 5 Jahre eine Anschubfinanzierung braucht, dann aber aus dem Erlös von Baumpflanzen sich selber tragen soll. Es ist somit ein Projekt der Hilfe zur Selbsthilfe, das auch den ökologischen Aspekt der Bewahrung unserer Schöpfung mit einschließt. Die Durchführung und Verwaltung (Management) geschieht durch den Kirchenkreis Bweranyange. Pastor Chobya fungiert im Auftrage des Kirchenkreises als Rechnungsführer. Ihm zur Seite steht ein Projektkomitee des Kirchenkreises, das für das ganze Projekt verantwortlich ist.

Es sollen im Kirchenkreis 4 Baumschulen angelegt werden und für jedes Baumschulprojekt drei Arbeiter zusammen mit einem Supervisor, der Sachkundiger der Forstwirtschaft sein muß, eingestellt werden. In den vier Baumschulen sollen jährlich 400.000 Baumpflanzen (Sämlinge) zum Kauf an Institutionen, an Gemeinden und vor allem an Bauern angeboten werden, um mit diesem Projekt eine größtmögliche Breitenwirkung erzielen zu können, die den ganzen Kirchenkreis umfassen soll. Mit dem Verkauf sollen die Mitarbeiter und der Supervisor der 4 Baumschulen bezahlt werden.

Anke Weber und Julia Pollheide arbeiten in einem Baumpflanzungsprojekt in Tansania
Arbeiten und Helfen in einer fremden "Welt"
(EZ, 21.05.2002)

Menschen haben unterschiedliche Gaben
Ukwata-Chor aus Tansania gastierte in der Thomaskirche
(NW, 05.07.2002)

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Dazu bedarf es aber zunächst einer Anschubfinanzierung, die die Kosten dieser Gehälter, aber auch alle weiteren Kosten für Saatgut etc. abdecken soll. Ziel ist es aber, dass dieses Projekt sich später aus eigenen Mitteln selber trägt. Der Kirchenkreis Bweranyange möchte mit diesem Projekt auch zum Umweltbewußtsein seiner Kirchenmitglieder und anderer beitragen. Denn flankierend zu den Baumschulprojekten sollen Schulungsprogramme (für Pastoren, Evangelisten, Kirchenführer, Mitarbeiter in der Jugendarbeit, Vorsitzende von Frauengruppen, Regierungsbeamte in leitender Funktion und vor allem Schulen) angeboten werden. Diese Kursteilnehmer sollen dann wieder zu Ausbildern und Anregern für andere werden, so dass flächendeckend ein Großteil der Bevölkerung erreicht und von der Notwendigkeit der Anpflanzung von Bäumen überzeugt wird. Aufforstung ist dringend geboten, nicht nur zum Zwecke der Verwendung als Brennholz, als Bauholz, als Holz für die Anfertigung von Möbeln, sondern sie soll vor allem ökologischen Zwecken dienen, um den Boden zu binden, Bodenerosion zu verhindern und Wasserspeicherung auf diese Weise zu ermöglichen.

Die Abholzung in den letzten Jahren, verursacht durch den großen Flüchtlingsstrom aus Ruanda, hat enorme Ausmaße angenommen. Der Kirchenkreis Bweranyange hat 50.000 Einwohner und mußte seit 1994 für eine lange Zeit 100.000 Flüchtlinge beherbergen. Frauen und Kinder müssen heute lange Wege gehen, um Brennholz zu sammeln. Die Preise für Nutzholz (Möbel- und Baugewerbe) sind fast unerschwinglich nach oben geklettert.

Infolge der Partnerschaft mit dem hiesigen Kirchenkreis und dem Kirchenkreis Bweranyange bleibt die Eine-Welt-Gruppe über den weiteren Verlauf des Projektes durch gegenseitige Besuche und Korrespondenz informiert.

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Gottfried Tötemeyer / Michael Wirtz / Eine-Welt-Gruppe