MANTHOC entstand im Zuge der Streikbewegung von 1978, als viele Kinder arbeiten mußten, um den Lohnausfall ihrer Väter auszugleichen. Wichtigste Aufgabe von MANTHOC ist das Zugehen auf jene arbeitenden Kinder der Märkte und Straßen, die noch vereinzelt und in Konkurrenz zueinander um ihr Überleben kämpfen. Unter der von einem Mädchen vorgeschlagenen Parole: "Zusammen mit den Kindern, die wir nicht kennen, wollen wir essen, lachen, lernen und arbeiten", gehen die schon in MANTHOC organisierten Kinder und Jugendliche auf jene zu, die noch dreckiger dran sind als sie selbst: die Straßenkinder. Auf Initiative von MANTHOC und mit finanzieller Unterstützung von terre des hommes wurde 1987 mit dem Aufbau einer "Schule für das arbeitende Kind" im Elendsviertel Villa Maria del Triunfo im Süden Limas begonnen. Besucht wird diese Schule von sechs- bis fünfzehnjährigen Kinderarbeitern der Märkte. Da diese vormittags nicht zur Schule gehen können, weil sie arbeiten müssen, wird der Unterricht nachmittags und abends angeboten. Den "Lehrplan" haben sie in Zusammenarbeit mit den Lehrerinnen selbst entworfen, so dass er sehr stark auf ihre besonderen Probleme und Bedürfnisse als arbeitende Kinder eingeht. Die Schule ist nicht in Klassen organisiert; sie arbeitet mit Arbeitskreisen, die sich selbst erziehen. Vor allem wird Lesen und Schreiben unterrichtet, denn die meisten Schüler sind Analphabeten. Aber noch wichtiger ist den Kindern, reden zu können, denn sie leben davon, dass sie ihre Waren anpreisen können.