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04.07.18

Verstärkung durch die Ehemaligen

Wer die Ankündigung für das traditionelle Jahreskonzert der Söderblom Big Band mit Foto in der Neuen Westfälischen gesehen hat, wird sicherlich gedacht haben "Was ist die Band doch geschrumpft". Und am Freitagabend waren erst einmal auf der Bühne der Aula große Lücken zu sehen, ehe wie von Zauberhand gut zwei Dutzend Ehemalige Platz nahmen und dem Ensemble den so typischen Big-Band-Sound voller Klangvielfalt verliehen.


Aber nicht nur das Publikum war freudig überrascht, auch Bandleader Christoph Heuer, der die Söderblom Big Band (SBB) 1985 gründete und seitdem leitet, war total baff. "Ich habe etwa mit zwölf Ehemaligen gerechnet, so viele waren angekündigt", sagt er und freute sich umso mehr.

In die Wege geleitet hatten das ganze Tim Dittmann, Linda Schultz und Daniel Marciniak, die bereits vor drei Jahren zum 30. Geburtstag der SBB das Revival Festival organisiert hatten und seitdem auf einen entsprechenden E-Mail-Verteiler zurückgreifen können. Um Christoph Heuer zu überraschen, war eigens kurzfristig das Passwort geändert worden, so dass der Bandleader keinen Zugriff mehr hatte.

Im Vorfeld hatte die derzeitige SBB aus dem reichhaltigen Fundus der Band das Programm für den Abend zusammengestellt. Die Noten waren den Ehemaligen über entsprechende Links zugetragen worden. Zudem kommen die Ehemaligen ein bis zwei Mal im Jahr zusammen. Und überhaupt: die meisten Stücke kann man sowieso aus dem "Eff-Eff" spielen.

Einzig neues Stück an diesem Abend war der Jazzstandard "How high is the moon", bei dem die Big Band Sängerin Annika Linnemann einfühlsam begleitete. Das Ensemble glänzte mit großer Spielfreude, musizierte wie aus einem Guss und bot seinem Publikum rund zwei Stunden beste Unterhaltung.

Dargebotenes gewohnt abwechslungsreich

Das Dargebotene war gewohnt abwechslungsreich. Mal brachten temperamentvolle lateinamerikanische Rhythmen wie "Phat cat oder "La negra tiene tumbao", mal Rock- und Pop-Klassiker wie das ABBA-Medley "Mama Mia", "YMCA", "Flashdance", "Maniac" oder "Free Bird" von Lynyrd Skynyrd, mal Jazz-Rock-Klassiker wie "Watermelon Man" von Herbie Hancock oder "Mercy, Mercy, Mercy" von Joe Zawinul, mal Swing-Evergreens wie "Sing, Sing, Sing" und "Five foot two eyes of blue" die Füße des Publikums zum Wippen. Dann wieder badeten sie zusammen mit der Band in den Jazz-Harmonien des "Moon River" oder ließen sich von Elvis' "Can't Help Falling in Love" zum Träumen verführen. Und es hat schon Tradition, dass das Publikum laut "Tequila" brüllt bei dem gleichnamigen Song. Ein großer Spaß für Zuhörer wie für Musiker...

Mit dem Rocker "Livin' on a Prayer" von Bon Jovi verabschiedete sich die SBB von den Zuhörern, die sich für den tollen Abend mit "Standing Ovations" bedankten.

Zuvor noch hatte die jetzige SBB ihre vier Abiturienten liebevoll und mit viel Humor verabschiedet. Xavier Althoff (keyboard), Anna Heitkamp (Querflöte), Friedrike Schöppy (Horn) und Sophia Thomas (Altsaxophon) haben allesamt viele Jahre in der SBB gespielt und gehören jetzt auch zu den "Ehemaligen". Aber die sollen in Zukunft die SBB noch öfter unterstützen, wünscht sich Christoph Heuer.

© 2018 Neue Westfälische, Mittwoch 4. Juli 2018

Siehe auch den Artikel aus der Espelkamper Zeitung vom 4. Juli 2018