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31.01.19

Tolle Feiern: Schulleiter Ursula Beinlich und Ernst-Friedrich Brandt verabschiedet

Eine Ära ist gestern zuende gegangen. Sowohl Ernst-Friedrich Brandt als Leiter des Söderblom-Gymnasiums wie auch Ursula Beinlich als Leiterin der Birger-Forell-Sekundarschule sind in den Ruhestand verabschiedet worden.


Es war ein großer Feierreigen, den Brandt und Beinlich in den vergangenen zwei Tagen zu absolvieren hatten. Es ging los mit einem Gottesdienst im Mennonitengemeindezentrum an der John-Gingerich-Straße am Dienstagabend.

Dort erklärte Präses Dr. h. c. Annette Kurschus in ihrer Predigt an Brandt und Beinlich gewandt. »Sie haben das evangelische Schulzentrum geprägt.« Glaube und Bildung, Schule und Kirche habe für eine hohe Bedeutung gehabt. Sie würdigte das Engagement von Brandt und Beinlich. »Sie standen immer an der Seite ihrer Schüler«, sagte sie weiter. Für das Wohl der Kinder hätten die beiden stets verstanden, ihre ganze Kraft einzusetzen.

Präses Dr. h. c. Annette Kur-schus hielt im Gottesdienst eine fesselnde, sehr unterhaltsame und hoch interessante Predigt. »Allem Anfang und Allem Ende wohnt ein Zauber inne«, sagte sie. »Ganz am Anfang anfangen – und ganz am Ende Aufhören kann und muss niemand von uns. Gott sei Dank«, sagte sie weiter. Sie verglich die Situation mit einem Staffellauf – einem Staffellauf für die beiden Schulen. »Die Personen wechseln, aber der Lauf geht weiter.«

Mit Segenswünschen nahm Präses Kurschus die Entpflichtung von Ursula Beinlich und Ernst-Friedrich Brandt vor. Gegenseitige Segenswünsche tauschten zudem Anja Buhrmann, neue Leiterin der Birger-Forell-Sekundarschule und Marie-Luise Schellong, künftige Leiterin des Söderbloms, aus. »Mit meinem Gott kann ich über Mauern springen«, sagte Schellong aus der Bibel (Psalm 18,30) zu Buhrmann und legte dabei ihre Hand auf deren Schulter. Buhrmann sagte: »Der Herr segne dich und mach die Wege hell, die er dich führt«. Die Schüler beider Bildungseinrichtungen übernahmen die musikalische Gestaltung im Gottesdienst.

Einen Tag später ging es feierlich weiter. Zunächst wurde Ursula Beinlich in der Aula des Söderblom-Gymnasiums mit einem etwa zweistündigen Programm von ihrer Schule verabschiedet. Es ging munter, musikalisch und lustig zu. Landeskirchenrat Dr. Wolfram von Moritz (Dezernent im Landeskirchenamt) lobte das Engagement von Beinlich. »Sie waren immer in Bewegung.« Er bezeichnete Ursula Beinlich als »Vollblutpädagogin mit weichem Herz und ganz viel Kreativität«.

Bürgermeister Heinrich Vieker erklärte, dass er es in seiner etwa 20-jährigen Amtszeit noch nicht erlebt habe, dass zwei Schulleiter gleichzeitig verabschiedet werden. Er sehe darin aber keine Zäsur sondern vielmehr Kontinuität. Ursula Beinlich sei eine Pädagogin mit Leib und Seele. Ihr Engagement wirke ansteckend und sie habe immer Courage bewiesen. Die Schülervertretung der Sekundarschule bezeichnete Beinlich als »einzigartig«.

Am Ende fehlten Ursula Beinlich in ihrer Dankesrede die Worte. Die »Lady in Green« – so der Titel eines Songs für die Schulleiterin – meinte nur: »Das Programm war so bewegend.«
Anderthalb Stunden später fand die Verabschiedung von Ernst-Friedrich Brandt ebenfalls in der Söderblom-Aula statt. Brandt hatte bereits am frühen Morgen einen blumigen Abschied der Schüler genossen. Denn die 1140 Schüler des Söderbloms standen um 9 Uhr Spalier für »ihren Schulleiter«, um ihm 40 Rosen – für 40 Dienstjahre – auf dem Roten Teppich zu überreichen.

In der Aula führten die Kolleginnen Elke Hanheide und Peter Strakeljahn durch ein launiges und unterhaltsames Programm. Dies gab ganz neue Einblicke in das Leben von Ernst-Friedrich Brandt preis.

Als Ehrengast konnte Fritz Sundermeier, ehemalige Schulleiter des Söderbloms, begrüßt werden. Auch bei Brandts Verabschiedung hielt Wolfram von Moritz die Laudatio und erklärte, Brandt habe eigene Fußspuren im Söderblom hinterlassen. Er nannte als Beispiel das Selbstlernzentrum. Der Landeskirchenrat lobte Brandts »unverdrossene Verständigungsbereitschaft«. Mit Marie-Luise Schellong begrüßte von Moritz die neue Schulleiterin und freute sich über einen lückenlosen Übergang bei der Leitung.
Bürgermeister Heinrich Vieker bezeichnete Brandt schlicht als »Mister Söderblom«. Er stellte den gesellschaftlichen Gestaltungswillen und die religiöse Ethik von Brandt heraus und erklärte: »Sie übergeben ein geordnete Haus.«

Am Ende dankte Ernst-Friedrich Brandt in einer emotionalen Rede allen Beteiligten und hob unter anderem seine Ehefrau heraus, die ihm immer den Rücken frei gehalten habe und »eine gute Zuhörerin war«. Neben vielen weiteren dankte er den Sekretärinnen Annette Wolf und Sandra Kütemann, die ihm viel Arbeit abgenommen hätten. Brandt schloss mit dem Satz: »Für mich ist es ein Glücksfall, hier am Söderblom gelandet zu sein.«

Beide Feiern wurden von Schülern, Lehrern und Eltern musikalisch und kabarettistisch gestaltet.

Espelkamper Zeitung vom 31. Januar 2019


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