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13.01.10

Theaterkurs am Söderblom-Gymnasium präsentiert bedrückendes Gewaltdrama

Für seine Dokumentarfilme hat Autor und Regisseur Andres Veiel („Black Box BRD") zahlreiche Preise gewonnen. In seinem soghafte Wirkung entfaltenden Stück „Der Kick" begibt er sich auf Spurensuche nach den Ursachen für ein Tötungsdelikt, das für zahlreiche Schlagzeilen sorgte. 2002 wurde der 16-jährige Marinus von zwei jungen Männern aus seinem Dorf in der Uckermark gefoltert und getötet.


Plakat "Der Kick"

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Flyerrückseite "Der Kick"

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Veiel lässt die Täter, deren Verwandte, Dorfbewohner und Angehörige des Opfers zu Wort kommen. Gemeinsam mit der Dramaturgin Gesine Schmidt befragte er Monate lang in Potzlow – dem Ort des Verbrechens – die Menschen und las sämtliche Akten und Gerichtsprotokolle. Das Ergebnis ihrer Arbeit ist ein faszinierendes Theaterstück und gleichzeitig ein beklemmender Spiegel gesellschaftlicher Realität, der die immer wieder gestellte bohrende Frage nach dem „Warum?“ unbeantwortet lässt.

Aufgrund der Aktualität des Themas und der Qualität des Stückes hat sich der Theaterkurs des Söderblom-Gymnasiums Espelkamp zur Aufführung von „Der Kick“ entschlossen. Im Rahmen der Vorbereitung der Aufführung findet eine intensive Verzahnung mit anderen Bereichen des Schullebens statt. So kooperiert der Theaterkurs eng mit dem Kunst-Leistungskurs der Stufe 13, der Masken für die Schauspieler entwirft und anfertigt. Darüber hinaus bietet das Projekt im Rahmen einer Projektwoche in der Stufe 10 zum Thema ‚Das Dritte Reich‘ bedrückend aktuelle Anknüpfungspunkte für die Schülerinnen und Schüler. Begleitend wird im außerunterrichtlichen Rahmen von Schülerinnen und Schülern unter Mitarbeit eines Geschichtslehrers eine Ausstellung zum Thema Gewalt und Rechtsextremismus erarbeitet, die auch außerhalb der Schule zu besuchen sein wird.

Darüber hinaus ist es grundlegender Bestandteil des Konzepts und dringendes Anliegen dieses Theaterprojekts, dass es in besonderer Weise über die Schulöffentlichkeit hinaus wirken soll. So gibt es bereits jetzt eine Kooperation mit der Realschule Rahden und für Schülerinnen und Schüler insbesondere von Gesamtschulen, Hauptschulen und Realschulen sowie von berufsbildenden Schulen wird eine Reihe von Schülervorstellungen angeboten, zu denen der Theaterkurs begleitende Unterrichtsmaterialien erarbeitet hat.

Das Ziel des gesamten Theaterprojektes ist es, aufzuzeigen, welche Ausmaße Gewalt unter Jugendlichen annehmen kann und damit Präventionsarbeit zu leisten.

Eigener Bericht vom 10. November 2009