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04.10.17

Söderblom-Schüler werden zu Ausstellungsführern

Hinter dem etwas sperrigen Titel "PlanetPlastic Erdöl. Macht. Müll." verbirgt sich eine sehenswerte Wanderausstellung, die für zwei Wochen in der Aula des Söderblom-Gymnasiums Station machte. Der Verein "Vamos" aus Münster, der sich für eine bessere, gerechtere Welt einsetzt, hat die Ausstellung mit Unterstützung eines Religionskurses des Kopernikus-Gymnasiums in Rheine konzipiert.


Tolle Truppe: Die Schüler der 8 b des Söderblom-Gymnasiums wurden zu Ausstellungsführern ausgebildet und zeigten ihren Mitschülern die Ausstellung "PlanetPlastic Erdöl. Macht. Müll.". - © Robert Rolf Grundmann

Die Söderblomer waren nicht nur Konsumenten - die 8 b hat eine Rallye erarbeitet, die es zukünftigen Besuchern ermöglicht, sich die Ausstellung auch ohne Führung anzusehen. Das, was die Jungen und Mädchen zusammengestellt haben, wird "Vamos" zur Verfügung gestellt.

Thema Kunststoffe im Unterricht aufgegriffen

Bis es soweit war, musste einige Vorarbeiten geleistet werden: Katja Sonntag vom "Welthaus" in Minden vermittelte die Kontakte und sorgte so dafür, dass die Ausstellung im Gymnasium gezeigt werden konnte. Steffi Neumann (Vamos) qualifizierte die Kinder der 8 b zu Ausstellungsführern. Bärbel Schultz und Michael Wirtz haben, wie andere Lehrkräfte, das Thema Kunststoffe in verschiedenen Unterrichtsfächern aufgegriffen und in größere Zusammenhänge eingeordnet. So wurden zum Beispiel die Auswirkungen thematisiert, die die Gewinnung von Erdöl für Menschen und Umwelt haben.

Das Wissen zu erwerben ist die eine Seite - und etwa 500 Schüler der Sekundarstufe I und II haben dies - auch - über den Besuch der Ausstellung getan.

Die andere ist, Konsequenzen zu ziehen. Dazu Steffi Neumann: "Ein bewusster Konsum ist erfahrungsgemäß oft der erste Schritt zur Veränderung. Wir möchten aber vor allem Handlungs- und Aktionsmöglichkeiten bei den Teilnehmern anregen, die sie einfach in ihrem Umfeld vornehmen können.".

Einige Schüler stellten sich der Herausforderung, für eine festgelegte Zeit auf bestimmte Plastikprodukte zu verzichten - die Erfahrung, dass Kunststoffe unseren Alltag in den unterschiedlichsten Formen durchdrungen haben und prägen, konnten sie besonders anschaulich vermitteln.

Bewusster konsumieren

Verzichten, zumindest aber bewusster konsumieren, kann jeder. Die Schule hat hoffentlich mindestens 500 neue Vorbilder und Botschafter hierfür gewonnen - die "engagiert und mit Herzblut" im Elternhaus, im Freundeskreis oder in Vereinen wirken werden.

Was macht die Schule als Institution? Es gibt Sammlungen für Tintenpatronen, Tonerkartuschen, Althandys und Plastikflaschendeckel - aus dem Erlös des Recyclings werden Hilfsprojekte unterstützt. Michael Wirtz (Eine-Welt-Gruppe der Fair Trade School Söderblom-Gymnasium) geht es auch darum, dass sich die Schulgemeinschaft für weniger Plastikverbrauch engagiert und die Sammlungen intensiviert werden.

Im Gespräch mit der Neuen Westfälischen berichtete er außerdem, dass die Mülltrennung wieder einen hohen Stellenwert erhalten solle. Für den allseits beliebten "Coffee to go" würden an die Lehrer inzwischen Porzellantassen ausgegeben, die gereinigt und erneut benutzt werden.

Bewahrung der Schöpfung als Aufgabe

Wenn es wirtschaftlich möglich ist, sollen für die Schüler demnächst recycelbare Becher eingesetzt werden. "Der in den 70er Jahren entstandene Slogan ,Jute statt Plastik? ist so wahr geworden, wie man es schlimmer nicht habe befürchten können", meinte der Pädagoge. Die junge Generation müsse die Botschaft aufnehmen und weitertragen, die Bewahrung der Schöpfung als ihre Aufgabe verstehen.

"Sich sorgen, statt nur zu entsorgen" ist das Motto das über der Projektwoche stehen könnte. Es wurde auch in der Andacht zur Finissage der Ausstellung durch Spielszenen und von den Schülern verfasste Texte aus unterschiedlichen Blickwinkeln angesprochen. Der von Hartwig Reinboth geleitete Andachtskurs der Stufe EF rundete damit die Projektwochen in ansprechender und eindringlicher Weise ab.

Copyright © Neue Westfälische 04.10.2017