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06.03.18

Schüler lassen tief blicken

Konzert auf Renkhausen: Zwei Musikerinnen aus Espelkamp überzeugen gemeinsam und die Schüler des Söderblom-Gymnasiums geben in Gedichten Einblicke in ihre Welt.


Das jährliche Konzert der Sparkassenstiftung Minden-Lübbecke auf Gut Renkhausen ist bereits ein fester Programmpunkt für Kulturliebhaber in der Region. Auch in diesem Jahr gab es wieder eine harmonische Begegnung von Musik und Wort. Vor vollem Haus spielten zwei Musikerinnen, die als Musikdozentinnen in Espelkamp arbeiten: Christina Derksen am Klavier und Karina Penner an der Violine. Derksen war von 2002 bis 2004 Sparkassenstipendiatin und hatte ihre Kollegin mitgebracht.

Ein gut aufeinander abgestimmtes Team an Geige und Klavier

Musik sowie Literaturbeiträge waren inspiriert von der Epoche der Romantik. So trugen 15 Schüler aus der Stufe U2 des Söderblom-Gymnasiums eigens verfasste Gedichte vor, die in den vergangenen Monaten im Literaturkurs unter Leitung von Uwe Diestelhorst entstanden waren. Die Flucht vor der Zivilisation in die Natur war ein Thema, das die Schüler zu Beiträgen wie "Meine Hütte im Wald" (Nico Meyer) oder "Dorfkind" (Sarah Bergsieker) inspirierte. Dabei ging es um eine Hütte, die Menschen aufsuchten, die dem hektischen Treiben der Stadt entfliehen wollten. "Ich bin stolz, ein Dorfkind zu sein" war das Fazit von Bergsieker, die mit Witz und Elan dem "bunten, harten und puren Leben" auf dem Land huldigte.

Manuel Rogalsky und Jan Esau hingegen führten in "Abenteuerlust" einen Dialog, in dem sie das Für und Wider eines risikoreichen Lebens darstellten. Den unter den Romantikern beliebten Mond besangen Maxima Pieper und Finja Treichel in freien Rhythmen oder Reimen. Der Liebe wurde gleich in dreifacher Ausgabe gehuldigt. Während Johanna Lohrie in "Traum" von der idealisierten Liebe in Form einer Märchenhochzeit sprach, erläuterte Neele Struß die realistische Liebe im Alltäglichen. Eine Parodie auf die Liebe trug Malena Albrecht vor, wobei es sich dabei um die Liebe zu einem Nutella-Glas ging. "Das Schicksal von einem Anglerfisch" (Jenny Teichreb) hingegen war der verzweifelte Ruf nach Freundschaft eines gefährlich erscheinenden Wesens, das unter seiner Einsamkeit litt. Weiter Textbeiträge stammten von Jan Reimer, Franziska Vortmeyer, Rabea Skeretsch, Celebi Sedef, Aisha Lindenblatt, Anna Katharina Heitkamp, Monique Dauks, Luis Peters und Saskia Klassen.

Georg Droste, Vorstandsmitglied der Sparkassenstiftung, freute sich, 135 Besucher im ausverkauften Saal begrüßen zu können. Bereist zum siebten Mal veranstalteten der Kreis Minden-Lübbecke, die Sparkassenstiftung und der Verein Herrenhäuser und Parks im Mühlenkreis das beliebte Konzert. Ziel der Veranstaltung sei es, jungen Musikern eine Plattform zu bieten und sie in die Heimat zurückzuholen, was bei den beiden Musikerinnen Christina Derksen und Karina Penner gelungen war. Insgesamt 90 Stipendien hat die Stiftung bereits an junge Musizierende vergeben, die das Potenzial zum Berufsmusiker haben.

Die Musikerinnen an Klavier und Violine hatten sich ein Programm ausgesucht, das von der Klassik bis in die Moderne reichte. Penner fesselte ihre Zuhörer mit ihrem vollen, satten Geigenton. Derksen bestach durch gekonnte Virtuosität. Beide waren ein gut aufeinander abgestimmtes Team, wobei jede der anderen in den solistischen Passagen genügend Raum ließ.

Sie spielten zwei Sätze aus der erfrischenden "Sonate G-Dur" von Wolfgang Amadeus Mozart sowie die verträumte, sehnsuchtsvolle "Romanze Opus 1" von Edward Elgar. Neben Chopin erklang auch der "Danse macabre" von Saint-Saens, ein wilder, leidenschaftlicher Tanz, den das Publikum mit großem Applaus belohnte. Weitere Kompositionen waren von Peter Tschaikowsky, Cesar Frank und Fritz Kreisler.

Das Publikum bedankte sich mit anhaltendem Applaus.

© 2018 Neue Westfälische, Dienstag 06. März 2018


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