< Vorheriger Artikel
06.01.20

Pfarrkonferenz des Kirchenkreises Lübbecke am 11.12.2019

Dass Kirche und Schule für die Evangelische Kirche von Westfalen in einer engen Verbindung stehen, wird allein schon durch die Tatsache belegt, dass sich sieben Schulen an sechs Standorten in Trägerschaft der westfälischen Landeskirche befinden.


PfarrerInnen und SchülerInnen bei der Mitmachaktion zum Thema "gute evangelische Schule" im Selbstlernzentrum des Söderblom-Gymnasiums.

Für musikalische Unterhaltung sorgte Tanisha Pauls (Stufe 11) an der Harfe. (Fotos: Ulrich Helmich)

In Espelkamp sind es gleich zwei: die Birger-Forell-Sekundarschule und das Söderblom-Gymnasium. Zum besseren gegenseitigen Kennenlernen und Austausch war die Idee geboren, eine Pfarrkonferenz des Kirchenkreises Lübbecke im Evangelischen Schulzentrum Espelkamp abzuhalten. Jetzt waren die Pfarrerinnen und Pfarrer der Einladung ins Selbstlernzentrum des Söderblom-Gymnasiums gefolgt. Unter Leitung des Superintendenten Dr. Uwe Gryczan und der Schulleiterin Marie-Luise Schellong fand dort diesmal eine etwas andere Pfarrkonferenz statt.

Die Veranstaltung begann mit einer Andacht, die von Schülerinnen und Schülern der Jahrgangsstufen 9 bis Q1 gestaltet wurde. Mit ihrer Lehrerin Monika Pauck, Koordinatorin für das religiöse Profil am Söderblom-Gymnasium, hatten sie den Kirchentag in Dortmund im Juni 2019 besucht. Im Rahmen des Themas „Kirche macht Schule“ hatten die SchülerInnen dort eine Mitmachaktion veranstaltet, bei der BesucherInnen Pappsteine mit Antworten auf die Frage „Was ist für Sie gute evangelische Schule?“ beschriften konnten. Die Andacht stellte Gesprächsszenen des Kirchentages nach und bat die anwesenden PfarrerInnen ebenfalls um die Beschriftung von Pappsteinen zu dieser Frage. In einer Schlussrunde überlegten die SchülerInnen und ihre Lehrerin, was sie an ihrer Schule so besonders finden: Transparenz (das offen einsehbare Lehrerzimmer), viele offene und freundliche Begegnungen, Leistung nicht als alleinige Grundlage von Anerkennung und Akzeptanz, dass es immer jemanden gibt, den man um Hilfe bitten kann, dass man immer noch einmal eine zweite Chance bekommt, denn jeder kann sich zum Positiven verändern. Als Basis gelte das christliche Menschenbild, das jeden Menschen als von Gott wertgeschätzt und darum auch von seinen Mitmenschen für wertvoll hält.

Die Andacht endete mit einem Tischabendmahl in ganz besonderer Atmosphäre: mitten im Schulalltag, umgeben von lernenden Jugendlichen, zwischen Pausengong und Schulhoftrubel, feierten SchülerInnen, Lehrkräfte und PfarrerInnen miteinander Abendmahl.

An das nachfolgende gemeinsame Frühstück schloss sich eine Fragerunde an. Schülerinnen und Schüler wollten zum Beispiel wissen, was die PfarrerInnen in ihren Gemeinden tun, um Jugendliche für die Kirche zu begeistern. Sie fragten unter Anderem nach, wie sie es mit sozialen Medien als wichtiges Kommunikationsmittel der Jugend hielten.

Die PfarrerInnen kamen ins Nachdenken. Probleme des Datenschutzes und der Geschwindigkeit der neuen Medien wurden deutlich. Es traten aber auch Unterschiede in den Frömmigkeitsformen bei Jugendlichen und Erwachsenen zutage. Lebhaft wurde über Erfahrungen und Möglichkeiten des Zusammenlebens der vielfältigen religiösen Gemeinschaften der Stadt Espelkamp diskutiert. Unabdingbar sei es für Kirche und Schule Wege zu finden, wie man miteinander umgeht und im Gespräch bleibt.

Marie-Luise Schellong und Monika Pauck machten abschließend deutlich, dass das Ziel der Schule ein ganzheitliches Lernen sei, ein „Lernen mit Kopf, Herz und Hand“. Es gelte, die protestantische Freiheit zu leben und zu bewahren, kritisches Denken und Demokratiefähigkeit zu lehren und zu lernen und Glaubenserfahrungen zu ermöglichen und miteinander zu teilen.

Im Ganzen stieß die Veranstaltung auf eine positive Resonanz bei allen Beteiligten. Das, so hieß es, könne man gerne noch einmal wiederholen.