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14.01.17

Kulturschocks amüsant in Szene gesetzt

Wie pikant ergibt sich die Mischung, wenn ein türkischer Dönerladen, ein veganer Imbiss und ein griechisches Restaurant direkt nebeneinander stehen? Der Theaterkurs des Söderblom Gymnasiums serviert die Antwort mit seinem Stück »Kebab Connection«.


Die Culture-Clash-Komödie »Kebab Connection« ist dem gleichnamigen Film aus dem Jahr 2005 nachempfunden worden. Am Drehbuch hatte seinerzeit der deutsch-türkische Filmemacher Fatih Akin mitgewirkt. Regisseur Anno Saul adaptierte den Stoff für die Theaterbühne. Die Söderblomer bringen das Stück Ende des Monats auf die Bühne der Aula.

Der Inhalt: Ibo, junger Deutsch-Türke und großer Bewunderer von Bruce Lee, will den ersten deutschen Kung-Fu-Film drehen. Der Werbespot »Für zwei Handvoll Döner« für den Döner-Imbiss seines Onkels ist ein vielversprechender Auftakt, aber dann bringt die Schwangerschaft seiner Freundin Titzi alles durcheinander. Ibos Vater verstößt seinen Sohn. Titzi will, dass er Verantwortungsbewusstsein zeigt und nach einem Saufgelage beim Griechen gegenüber ist Ibo bei allen unten durch. Jetzt muss er irgendwie die Kurve kriegen...

»›Kebab Connection‹ ist ein rasanter Ritt durch deutsche und türkische Familien, über Generationenkonflikte, interkulturelle Vorurteile und Geschlechter-Klischees und vor allem auch ein großer Spaß«, kündigt das Söderblom Gymnasium an. Damit verspricht die Schule nicht zu viel. Die augenzwinkernde Multi-Kulti-Inszenierung hat Tempo und Witz und den Schülern ist die Freude am Spielen deutlich anzumerken.

»Es geht um mehr als darum, den Text richtig aufzusagen. Die Schüler sollen ihre Charaktere durchdringen«, beschreiben die Kursleiterinnen Bärbel Brandt und Janina Stünkel ihren Anspruch und die Motivation dafür, warum die Wahl auf diesen lebensnahen Stoff gefallen war.

»Kebab Connection« à la Söderblom ist ein humoristischer Leckerbissen, der mit Live-Musik der Band »Döner Combo« und kraftvollen Tanzeinlagen noch verfeinert wird. Neben der Schauspielercrew haben sich sechs Arbeitsgruppen gebildet: Tänzer und Musiker, Regieassistenten, Bühnenbildner, Kostümbildner, Management. Insgesamt umfasst das Team mehr als 40 Personen, die Arbeiten an der Bühnenproduktion laufen bereits seit eineinhalb Jahren. Außerschulische Unterstützung kommt dabei unter anderem von Choreographin Anna Nasirov, Musiker Henrik Langelahn und Schneidermeisterin Anne Zeller (alle Kostüme sind von den Schülern selbst genäht).

Einige Schüler seien in mehreren Arbeitsgruppen tätig, beschreibt Kursleiterin Bärbel Brand. »Talente zu entdecken und zu entfalten – das ist mir wichtig«, betont Brandt.

Die Aufführungstermine sind: Freitag, 27. Januar, 19.30 Uhr; Samstag, 28. Januar, 19.30 Uhr; Sonntag, 29. Januar, 18 Uhr; Freitag, 3. Februar, 19.30 Uhr und Samstag, 4. Februar, 19.30 Uhr, in der Aula des Gymnasiums. Karten gibt es im Vorverkauf in der Zentralbücherei des Söderbloms, in der Buchhandlung Lienstädt und Schürmann und in der Bücherstube Lübbecke. Für die Premiere am 27. Januar sind nur noch wenige Karten erhältlich.

Espelkamper Zeitung vom 14. Januar 2017


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