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24.11.11

Junges Espelkamper Film-Team dreht Krimi-Komödie mit heimischen Darstellern

Mit Kurzfilmen haben sich (die ehemaligen Söderblomer) Daniel Littau und Andreas Olenberg bislang einen Namen in Espelkamp und darüber hinaus gemacht. Viele dürften sich an ihren Beitrag zum Stadtrechte-Jubiläum erinnern, den sie im Bürgerhaus präsentierten. Aber sie können auch anders: nämlich lang.


»Unser erster Spielfilm ist jetzt im Kasten«, sagt Jungfilmer Daniel Littau und strahlt. »Er ist zwar mit 40 Minuten Spieldauer nur ein Kurz-Spielfilm, aber es war schon ein riesiger Unterschied zu unseren bisherigen Projekten.«
Schon während der Schulzeit haben Littau (Abitur 2011) und Olenberg (Abitur 2009) mit einem kleinen Team von Freunden kurze Videoclips gedreht, mit denen sie auch schon mit einigem Erfolg bei Kurzfilm-Wettbewerben angetreten sind. Inzwischen haben die beiden 20-Jährigen mit fünf Mitstreitern die Filmfirma Camcore gegründet (wir berichteten).

Schon seit geraumer Zeit arbeiten die beiden ehemaligen Söderblom-Schüler dabei mit professioneller technischer Ausstattung. »Aber dieses Projekt war um einiges aufwendiger als alle unsere Filme vorher«, sagt Daniel Littau. Zum ersten Mal schalteten die Jungfilmer im Frühsommer für das neue Werk Zeitungsanzeigen, um ein neues Technik-Team zusammenstellen zu können. »So konnte sich Andreas diesmal voll und ganz auf die Regie konzentrieren. Das war eine ganz neue Erfahrung und die Arbeit ging um einiges besser.«

Auch das Genre, in das sie sich hineinwagen ist für das Camcore-Team neu. Wie der Name »Ein Fall für alle Fälle« ahnen lässt, handelt es sich um einen Krimi. »Aber es ist ein Krimi mit Slapstick-Elementen«, beschreibt Daniel Littau. Er selbst spielt die Hauptrolle, eines Schülerdetektiv, der einen Fall übernimmt, der ganz unerwartet ein paar Nummern zu groß für ihn wird. Das Drehbuch haben Littau und Olenberg zusammen mit Linda Schultz geschrieben, die schon vorher in einigen Kurzfilmen der beiden mitgewirkt hat.

Neben Littau hat das Team einige Darsteller gewinnen können, die in Espelkamp und Umgebung durchaus keine Unbekannten sind. So ist Alwin Barg, Sänger der Band High above L.A. und bald auch Darsteller in Uwe Müllers »Aschenbrödel«, ebenso mit im Boot wie Hans Schneider. Letzterer ist ein Ur-Espelkamper und dürfte vielen Zuschauern aus einem Werbespot der Aufbaugemeinschaft bekannt sein. Außerdem spielt Achim Schultz mit, der erst kürzlich bei der TV-Übertragung des Reformationsgottesdienstes in der Thomaskirche den Luther verkörpert hat. Mit dabei waren außerdem unter anderem Matthias Olenberg und Victoria Vorbröker, Schwester von Hendrik Vorbröker, der zuletzt mit dem Ensemble Espelkamp im Neuen Theater aufgetreten ist. Zum team gehörten außerdem Aykut Yalcin und Malte Leisten.

»Es war schwerer als gedacht«, resümiert Daniel Littau, der nach seinem in diesem Jahr bestandenen Abitur auch beruflich ins Schauspielfach strebt. Von August bis November hatte das Team 20 bis 25 Drehtage in Espelkamp und Umgebung, in den etwa 40 Stunden Material eingespielt wurden. »Das Schlimmste ist die Organisation. Nicht nur vor der Kamera. Dahinter musste ein Team von acht Leuten koordiniert werden«, erklärt der Espelkamper. Nach dieser Erfahrung ziehe er seinen Hut vor allen Regisseuren, die große Filmproduktionen auf die Beine stellen. »Für mich ist wichtig, dass die Dreharbeiten in guter, lockerer Atmosphäre bei aller Anstrengung immer viel Spaß gemacht haben. Denn wenn es keinen Spaß macht, dann sieht es der Zuschauer am Ende im Ergebnis.«

Und weil ein Film auch Zuschauer bekommen soll, plant das Camcore-Team, »Ein Fall für alle Fälle« im Frühjahr in Espelkamp zu zeigen. »Am liebsten wäre uns das Kino. Da gehören Filme hin«, sagt Daniel Littau. Obwohl es im Elite keinen digitalen Projektor gibt, hofft er darauf, eine Lösung zu finden. »Vielleicht zeigen wir dazu noch eine Auswahl unserer Kurzfilme, so dass ein abendfüllendes Programm daraus wird.«

www.camcore.de

Espelkamper Zeitung vom 24. November 2011


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