< Vorheriger Artikel
21.12.19

Ideen erfolgreich umgesetzt

Verbandsversammlung: Musikschulleiter berichtet über das abgelaufene Jahr


Musikschulleiter Christian Wöbking (rechts, im Bild mit Tobias Krügel, Kantor der Martins-Kirchengemeinde) hat in der Verbandsversammlung das abgelaufene Jahr bewertet. Viele Projekte seien erfolgreich umgesetzt worden. Archiv-Foto: Felix Quebbemann

Der Musikschulverband Espelkamp-Rahden-Stemwede hat im vergangenen Jahr einige Erfolge mit neuen Projekten zu verzeichnen.

Dies betonte Musikschulleiter Christian Wöbking während der Verbandsversammlung im Espelkamper Rathaus am Dienstagnachmittag. „Wir sind unserer Arbeit nachgekommen.“ Wöbking stellte dabei das erste Sommerfest im Nachbarschaftszentrum Erlengrund heraus. Dies sei eine wunderbare Veranstaltung gewesen. Der Erlengrund sei in ein „schönes klingendes Gebäude“ verwandelt worden. Alle Lehrer sowie viele Schüler waren beteiligt.

Das Sommerfest, das der Nachfolger des Summer-Jams ist, hat in jedem Fall Zukunft. „Wir wollen es fortführen, als jährliche Veranstaltung“, kündigte Wöbking an. Er könne sich sogar vorstellen, es noch größer zu machen.

Um Kinder schon möglichst früh für die Musik zu begeistern, wurde das Jekits-Programm (Jedem Kind, Instrumente, Tanzen, Singen) an vier Grundschulen gestartet – neben der Espelkamper Auewaldgrundschule auch in Rahden, Oppenwehe und Haldem. Derzeit würden 229 Kinder teilnehmen.

Im dritten Schuljahr wird das Jekits 2 angeboten. Um dieses Angebot, das den Schülern unterschiedliche Instrumente näher bringen soll, weiterführen zu können, machte Wöbking klar, dass neue Lehrkräfte eingestellt werden müssten – vor allem in den Bereichen Keyboard, Blockflöte und Schlagzeug.

Die Musikschule habe Kooperationen mit dem Söderblom- und dem Rahdener Gymnasium intensiviert. In der Sekundarschule Rahden sei ein Projekt – nämlich eine Bläserklasse – gescheitert. Da versuche man nun, eine Band-AG einzuführen.

Wöbking stellte heraus, dass das musikalische Angebot vor allem in Stemwede und Rahden weiter ausgebaut werden solle. Er betonte aber, dass die Anzahl der Lehrkräfte ausgeschöpft sei. Es sei sinnvoll, für die Lehrkräfte ein sicheres Umfeld zu schaffen. Deutschlandweit, zitierte Wöbking den Verband der Musikschulen, würden Stellen als Festanstellung ausgeschrieben.

In der Vergangenheit hat sich der hiesige Musikschulverband jedoch für die Anstellung von Honorar-Kräften ausgesprochen, um finanzielle Mittel zu sparen.

Das Land Nordrhein-Westfalen will aber die Musikschulen stärker unterstützen und wird seinen Zuschuss bis 2022 auf rund 10 Millionen Euro verdreifachen, um neue Lehrkräfte langfristig an die Musikschulen zu binden.

Die Thematik wird in den drei Mitgliedskommunen im Sommer akut. Dann geht eine Lehrkraft im Bereich Violine in Ruhestand. Wöbking forderte den Verband auf, eine Entscheidung zu treffen, ob in diesem Bereich „adäquater Ersatz fest eingestellt wird“.

Er fuhr fort und sagte, dass Fördermittel in Höhe von 10.000 Euro beantragt worden seien, um weitere Ideen umzusetzen, so zum Beispiel ein Musikschulorchester für alle. Dies soll am 1. Januar starten. Darüber hinaus soll ein Chorangebot in Alten- und Pflegeheimen geschaffen werden. Der Interkulturelle Chor, der zur Verbesserung der öffentlichen Wahrnehmung beigetragen habe, soll ausgeweitet werden.

Zur Gründung eines möglichen Fördervereins für die Musikschule sei es leider noch nicht gekommen. „Mir liegt das aber am Herzen“, so Wöbking. Daraus ergebe sich nicht nur ein Mitspracherecht für Eltern und Schüler. Es schaffe auch mehr Man-Power.

Max Grote, Vorsitzender der Verbandsversammlung, sagte im Anschluss an diese Ausführungen, er finde es „schön, dass bei der Landesregierung ein Umdenken stattfindet“.

Bürgermeister Heinrich Vieker erklärte, dass der Fachkräftemangel auch im Musikbereich angekommen sei. Honorarkräfte gebe es sowieso keine mehr am Markt. Der Violinen-Bereich werde aber nicht ohne Lehrkraft im Sommer dastehen. „Wenn bei den Streichern eine Fachkraft geht, muss auch wieder eine Fachkraft her.“

Wöbking stellte noch die aktuellen Schülerzahlen vor. Von den 687 Musikschülern würden 278 aus Espelkamp kommen, 284 aus Rahden und 104 aus Stemwede. 21 Schüler kämen aus anderen Kommunen.

Der Artikel ist in der EZ vom 19.12.2019 nachzulesen.


Dateien:
EZ-2019-12-19.pdf279 K