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03.10.14

Geschichtskreis Espelkamp will historischen Bildband über die Jahre von 1966 bis 1999 herausbringen

Mit seinem ersten Bildband über die Aufbaujahre Espelkamps von 1945 bis 1966 hat der Geschichtskreis im vergangenen Jahr einen Meilenstein gesetzt. Nun soll ein zweiter folgen: »Wir beginnen mit der Erarbeitung eines Folgebandes über die Zeit von 1966 bis 1999«, sagt Manfred Steinmann (pensionierter Studiendirektor des Söderblom-Gymnasiums).


An den Besuch von Bundespräsident Walter Scheel am Söderblom-Gymnasium können sich sicher noch viele Espelkamper erinnern. Doch

Er ist seit mehr als 25 Jahren an vielen Publikationen über die Geschichte Espelkamps beteiligt und war federführend bei der Erstellung des ersten Bildbandes des Geschichtskreises. »Nachdem das erste Buch erschienen war, ist sehr häufig der Wunsch nach einem Fortsetzungsband an uns herangetragen worden«, erklärt Geschichtskreis-Mitglied Christel Senckel.

»Der erste Bildband umfasste die Planungs- und Gründungsphase 1945 bis 1949 und die unvergleichliche Aufbauleistung in den rund anderthalb Jahrzehnten danach, gewissermaßen gekrönt durch die Verleihung der Stadtrechte im Jahre 1959 und die Erlangung der kommunalen Eigenständigkeit im Jahre 1966 durch das Ausscheiden aus dem Amtsverband Rahden«, umreißt Manfred Steinmann den Inhalt des ersten Buches. Teil 2 werde sich nahtlos an Teil 1 anschließen. »Er soll den selben Umfang von etwa 330 Seiten bekommen und ebenfalls mit etwa 650 Bildern ausgestattet sein. Auch die Art der Darstellung mit kurzen Kommentaren zu den Bildern wird beibehalten.«

Zwei Stadtjubiläen

Das neue Buch soll mit dem Stadtjubiläum 1969 beginnen, das unter dem Motto »20 Jahre Aufbau einer Stadt« stand. Es führt über Einblicke in drei Jahrzehnte Espelkamper Geschichte bis zum Stadtjubiläum 1999: »50 Jahre Espelkamp – Deine Stadt – meine Stadt«. »Beide Jubiläen sind damals mit großem Programm gefeiert worden«, erinnert Steinmann an die Ereignisse. »Und beide erhielten durch die Anwesenheit der jeweils amtierenden Bundespräsidenten Heinrich Lübke und Johannes Rau eine besondere Auszeichnung.«

Zwei große Zäsuren

Eine entscheidende Zäsur in der Entwicklung Espelkamps hätten einerseits die kommunale Neuordnung 1973 und die Aussiedlerzuwanderung dargestellt. »Die kommunale Neuordnung – mit der Eingliederung der ehemaligen Gemeinden oder Gemeindeteile Fabbenstedt, Fiestel, Frotheim, Gestringen, Isenstedt, Schmalge und Vehlage – vergrößerte die Stadt von 17,5 auf 84,1 Quadratkilometer«, weiß der Experte. Dadurch sei die Bevölkerung der neuen Stadt Espelkamp von 13.000 auf etwa 24.000 gestiegen. »Jahrhundertealte westfälische Dörfer wurden mit einem jungen städtischen Gemeinwesen zusammengeschlossen, dessen Einwohner zum größten Teil durch ihre Herkunft anders geprägt waren.«

Herausforderungen

Steinmann erinnert auch an die zweite Herausforderung des massiven Aussiedlerzuzugs. »Mit der ersten großen Aussiedlerzuwanderung zwischen 1971 und 1982 kamen etwa 3100 Neubürger hinzu. Mit der zweiten Zuwanderungswelle russlanddeutscher Aussiedler zogen zwischen 1987 und 1999 noch einmal etwa 5400 in die Stadt.« Die damit verbundenen Aufgabe sei eine der größten Herausforderungen für die Kommune gewesen: die Beschaffung von Wohnraum, die Aufnahme in den Arbeitsmarkt und die soziale, kulturelle und gesellschaftliche Integration der Neubürger.

Neben diesen Herausforderungen an die neue Stadt sei es trotz der außerordentlichen finanziellen Belastung weiterhin die Aufgabe geblieben, Espelkamp zu einem leistungsfähigen Mittelzentrum in einem überwiegend ländlich strukturierten Raum weiter zu entwickeln. »Der Ausbau der Innenstadt, insbesondere der Breslauer Straße und des Wilhelm-Kern-Platzes, sicherte eine Nahversorgung. Kindergartenplätzen, Schulen, Kulturangebote, Sport- und Freizeiteinrichtungen mussten erweitert und ausgebaut werden.«

Sichtbarstes Zeichen der Weiterentwicklung der Kernstadt war der Wohnungsbau. »Von '77 bis '88 entstanden 1015 neue Wohnungen«, weiß Historiker Steinmann. Die neuen Wohngebiete Gabelhorst, Westend und Lange Horst seien damals entstanden. Die Erschließung weiterer Gewerbe- und Industriegebiete sei parallel dazu die Voraussetzung des Fortschritts gewesen.

Ziel: Weihnachten 2015

»Alles in allem möchten wir mit dem zweiten Bildband einen vielfältigen Einblicke in drei Jahrzehnte Espelkamper Geschichte geben, die auch die Altgemeinde mit einbeziehen«, resümiert Steinmann. Dank der Erfahrungen mit Band 1 könne man auch einen zeitliche Perspektive abschätzen. »Wenn es uns gelingt, das neue Buch vor Weihnachten 2015 fertigzustellen, wären wir sehr froh.«

Espelkamper Zeitung vom 3. Oktober 2014


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