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10.11.17

Ein Elektromobil "zum Anfassen"

Am Söderblom-Gymnasium: Die neunten Klassen erhielten Einblick in die neue Antriebsart und durften ein entsprechendes Fahrzeug genau unter die Lupe nehmen. Viele kritische Fragen gestellt.


Dieselfahrzeuge sind derzeit ein aktuelles Thema wegen der Umweltbelastung durch Stickoxide, aber auch Benziner stehen wegen des hohen Kohlendioxid-Ausstoßes in der Kritik. Bei der Suche nach Alternativen gewinnt die Elektromobilität zunehmend an Bedeutung.

Um diese Problematik schon jetzt zukünftigen Nutzern näher zu bringen, bietet der regionale Energiedienstleister Westfalen Weser Energie in Zusammenarbeit mit der Deutschen Umwelt-Aktion (DAU) zu diesem Thema Schuleinheiten an weiterführenden Schulen an. Nun konnten auch die Schüler der fünf neunten Klassen des Söderblom-Gymnasiums sich mit dieser Thematik auseinandersetzen.

Auf Initiative von Physiklehrerin Kerstin Perlick war Christiane Pfingst von der DAU mit einem Elektromobil "zum Anfassen" zu Gast. An zwei Tagen fand pro Klasse jeweils eine Doppelstunde Physikunterricht auf dem Schulhof statt, wo die Jugendlichen das Elektroauto eingehend unter die Lupe nehmen konnten.

Dabei erfuhren sie z.B., wie der Motor aussieht, wie das Laden der Batterie funktioniert und welche Fahrgeräusche das Auto macht.

"Wir geben einen Überblick über die Möglichkeiten der Elektromobilität und ihre Vor- und Nachteile im Vergleich zu herkömmlich benzinbetriebenen Fahrzeugen. Besonders wichtig ist uns hierbei der Umweltaspekt", berichtet Christiane Pfingst, die diese Unterrichtseinheiten durchführt. Die Vorzüge der Elektroautos - kein Schadstoffausstoß, geräuscharm und damit sehr umweltfreundlich - waren den Schülern schnell klar, doch kamen auch kritische Rückmeldungen. Dabei ging es um die immer noch überschaubare Reichweite sowie die Dauer einer Aufladung ebenso wie um den hohen Anschaffungspreis eines Elektrofahrzeuges. Aber auch der Umweltaspekt wurde hinterfragt: "Solange ein großer Teil des Stroms aus Braunkohlekraftwerken stammt, ist das mit der Umweltverträglichkeit so eine Sache.", merkte ein Schüler kritisch an; da wäre die Politik zuständig. "Für die Großstadt sind Elektroautos klasse, aber hier auf dem Land braucht man doch viel mehr Reichweite", meinte ein anderer.

Darauf möchte die Westfalen Weser Energie-Gruppe als kommunaler Dienstleister für derzeit 52 Städte und Gemeinden der Region reagieren.

"Wir wollen bis Ende 2018 in unserem Netzgebiet 200 öffentlich zugängliche Ladepunkte installieren, um in einem Umkreis von jeweils rund 20 Kilometern die Möglichkeit zum Aufladen der Batterien zu gewährleisten", erläutert Anne Stracke-Hoberg, zuständig für Schul- und Jugendkommunikation bei Westfalen Weser Energie. Auch in Espelkamp ist eine weitere Ladesäule in Planung.

© 2017 Neue Westfälische, Freitag 10. November 2017


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