< Vorheriger Artikel
09.03.19

"Da ist noch ganz viel Potenzial"

Schulleiterinnen am evangelischen Schulzentrum wollen Zusammenarbeit stärken


Die beiden neuen Schulleiterinnen Marie-Luise Schellong (Söderblom-Gymnasium, links) und Anja Buhrmann (Birger-Forell-Sekundarschule) wollen, dass ihre beiden Einrichtungen noch stärker zu einem Schulzentrum zusammenwachsen.

E s p e l k a m p (WB). Mit Marie-Luise Schellong und Anja Buhrmann haben am Söderblom- Gymnasium und an der Birger-Forell-Sekundarschule (BFS) vor wenigen Wochen zwei hoch motivierte Schulleiterinnen das Ruder übernommen. Bei allen Unterschieden möchten sie einen Kurs einschlagen, der die Gemeinschaft der beiden Schulen noch stärker betont.

»Wir möchten, dass wir noch stärker zu einem Schulzentrum zusammenwachsen«, sagt Anja Buhrmann (BFS) und ist sich mit ihrer Kollegin vom Söderblom einig: »Da ist noch ganz viel Potenzial vorhanden. Das möchten wir nutzen.« Ein pädagogischer Grundsatz der beiden evangelischen Einrichtungen sei schon immer gewesen, dass sich ihre Bildungsarbeit stets an den Stärken der Schüler orientiert. Entsprechend wollen die Schulleiterinnen das Ganze voranbringen, indem sie die vorhandenen Stärken beider Schulen gemeinsam weiter entwickeln.

PILOTPHASE FÜR BRÜCKENKURSE

Eine dieser Stärken macht Schellong deutlich: »Es ist eine Riesenchance, dass wir am Schulzentrum alle Schulabschlüsse anbieten. Für jedes Kind und jeden Jugendlichen lässt sich ein individuell passender Bildungsgang finden. « Eine wesentliche Frage sei dabei die der Durchlässigkeit der Schulformen. Um Jugendliche zu unterstützen, die nach der Klasse 10 von der Sekundarschule an das Gymnasium wechseln möchten, wird derzeit daran gearbeitet, besondere »Brückenkurse« anzubieten. »Das besondere dabei ist, dass Lehrkräfte aus beiden Schulformen an diesen Kursen beteiligt werden sollen«, sagt Anja Buhrmann. »So können die Sekundarschüler lernen, welche Kompetenzen von ihnen in der Oberstufe erwartet werden.«

Im Zusammenhang mit der Durchlässigkeit betonte Anja Buhrmann, dass die Sekundarschule Schülern aus allen Schulformen gerecht werden wolle: »Das heißt nicht nur Haupt- und Realschülern, sondern auch Kindern mit Förderbedarf und Flüchtlingen. Gleichzeitig wollen wir auch die Begabten behalten und fördern. Dafür sind Rückkopplung und Austausch gefragt.« Dahingehend brauche sich die Sekundarschule nicht vor Gesamtschulen zu verstecken: »Wir schaffen es, viele Schüler in höhere Abschlüsse zu entwickeln. Wir können bei vielen Kindern viel bewirken. «

Zudem werde bereits mit Grundschulen an einem Projekt gearbeitet, um den Kindern den Übergang zu erleichtern. Derzeit gebe es eine Planungsgruppe, die Rahmenbedingungen, Ressourcen, und Inhalte für diese Kurse erarbeite. »Anbieten wollen wir diese Brückenkurse in einer ersten Pilotphase ab dem zweiten Halbjahr des Schuljahrs 2019/20«, sagt Buhrmann.

Darüber hinaus gibt es Überlegungen, wie die Stärken der Kinder an beiden Schulen auch gemeinsam entwickelt werden können. »In der Sekundarschule gibt es bereits sogenannte Talent- AGs«, sagt die BFS-Schulleiterin. »Solche AGs könnten wir uns auch schulformübergreifend vorstellen – zum Beispiel im Sport, aber auch in anderen Bereichen. Ich konnte mir auch Angebote in der Übermittagbetreuung vorstellen.

VORHANDENE GEMEINSAMKEITEN

Im Übrigen gebe es zwei Bereiche, die ganz selbstverständlich von Schülern beider Schulen genutzt würden: die Mensa und die »Villa Kunterbuch«. »Diese Schülerbibliothek für die 5. bis 7. Klassen ist in der Sekundarschule und wird auch von Gymnasiasten gerne genutzt«, sagt Marie-Luise Schellong. Eine ebenfalls bereits bestehende Gemeinsamkeit sei, dass Söderblom und BFS als »Schule gegen Rassismus« aktiv seien. »Auch hier ist eine noch stärkere Vernetzung angedacht.«

Es gibt noch weitere Unterrichtselemente, bei dem sich die Schulleiterinnen einen stärkeren Austausch vorstellen können. So nannten sie unter anderem die Werkstattphase und die Lernbüros, die an der Sekundarschule praktiziert werden, oder auch die Umstellung auf G9, die Auswirkungen auf beide Schulen habe.

Ein großes Handlungsfeld, an dem beide Schulen zurzeit arbeiten, ist die Digitalisierung. So haben in den Klassenräumen digitale Medien Einzug gehalten, in der BFS in Form von Whiteboards und im Gymnasium mit Medientischen, die mit Computern und Kameras ausgestattet sind. Anja Buhrmann sagt, dass die finanzielle Unterstützung aus dem Programm »Gute Schule 2020« sehr geholfen hätten, um die Struktur auf- und auszubauen. Marie-Luise Schellong ergänzt: »Vom Land sind uns IT-Administratoren zugesagt worden. Und die brauchen wir auch dringend.« Derzeit müssten geschulte Kollegen zum Teil Mehrarbeit auf sich nehmen. Die im Medienkompetenzrahmen geforderte Grundbildung in Informatik stelle derzeit alle Schulen vor große Herausforderungen.

»GUTE GESUNDE SCHULE«

Etwas ganz Besonderes hat sich Anja Buhrmann für die BFS mit dem Projekt »Gute gesunde Schule « vorgenommen. Dabei gehe es darum, dass die Schule ein Ort sein wolle, an dem körperliche, geistige und seelische Gesundheit gefördert werden. »Es ist noch ganz in den Anfängen, aber wir haben schon eine Fragebogenaktion gestartet, die wir auswerten wollen.« Sie beschreibt die Zielsetzung: »Wir möchten in dem Prozess alle beteiligen: Schüler, Lehrkräfte und Eltern.«

Espelkamper-Zeitung vom 07.03.2019


Dateien:
EZ-2019-03-07.pdf240 K