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08.01.18

Aufführung steht nichts mehr im Wege

Das Bühnenbild steht, die Kostüme passen und auch der unverwechselbare Berliner Dialekt sitzt: Den Aufführungen des Theaterkurses vom Söderblom-Gymnasium steht nichts mehr im Wege. Die Sponsoren haben bereits am Wochenende in der »Linie 1« mitfahren dürfen. Willkommen in den 1980er-Jahren. So ergeht es einem als Zuschauer des diesjährigen Stückes des Theaterkurses.


Optisch ist es eine Mischung aus markanten Klamotten, eigentümlichen Frisuren und einem einzigartigen Bühnenbild. Graue Steinwände, Graffiti (»Die Mauer muss weg«) und Straßenkarten prägen derzeit die Aula und lassen nichts anderes als das Berlin zur Zeit der deutsch-deutschen Grenze vermuten. Genauer gesagt ist es die »Linie 1«. So lauten zugleich Titel und Handlungsort der Geschichte. Zur Zeit des Eisernen Vorhangs verlief der »Orientexpress«, wie die Linie auch genannt wurde, durch ganz unterschiedliche West-Berliner Bezirke.

In rund drei Wochen feiern die Söderblomer mit dem Stück Premiere. Und als kleine Einstimmung hatten die Schüler um ihre Lehrerinnen Bärbel Brandt und Janina Stünkel bereits zur Probe eingeladen – und die verlief mehr als erfolgreich.

Sehr interessiert an der Arbeit des Theaterkurses zeigten sich derweil Andreas Schwarze und Dr. Henning Vieker (beide Volksbank-Stiftung), Jens Kottmann (Lions-Club Lübbecke-Espelkamp) sowie Klaus Hennemann und Dietmar Heßler (beide Lions-Club Rahden-Espelkamp) als Vertreter der Sponsoren. »Die Schüler lernen enorm viel für ihr gesamtes Leben, deswegen war es uns als Kuratorium eine besonders unterstützenswerte Initiative«, erklärte Vieker als Vorsitzender des Kuratoriums der Volksbank-Stiftung die Unterstützung.

Janina Stünkel nutzte die Zeit vor der Aufführung, um den Sponsoren das Bühnenbild zu präsentieren und von den vergangenen Proben zu berichten. »Die letzten Wochen während der Weihnachtsferien dienten komplett dem Aufbau des Bühnenbildes. Unsere Schauspieler hatten in der Zeit frei«, erklärte Stünkel. Doch mit der Freizeit ist ab sofort Schluss. Nun wird in den nächsten Wochen bis zu den Aufführungen mit Proben an fast jedem Tag und oft bis spät in die Nacht noch einmal alles gegeben.

Die Geschichte des Musicals von Volker Ludwig und Birger Heymann von 1986 ist eigentlich schnell erzählt. Im Mittelpunkt steht eine junge Frau vom Land. Hoffnungsvoll und auf der Suche nach ihrem »Traumprinzen«, von dem sie ein Kind erwartet, begibt sie sich in die U-Bahn-Linie 1. Doch der Schein ist schnell verblasst und die Erwartungen an Berlin bleiben unerfüllt. Arbeitslose, Zuhälter und Junkies nehmen ihr die Illusion von dem wunderbaren Großstadtleben.

Mehr sei an dieser Stelle nicht erwähnt. Wer wissen will, wie es mit der jungen Frau weitergeht, hat an sechs Terminen die Möglichkeit. Premiere feiert das Musical »Linie 1« am Freitag, 26. Januar, um 19.30 Uhr in der Aula des Söderblom-Gymnasiums. Weitere Aufführungen folgen am Samstag, 27. Januar, um 19.30 Uhr; Sonntag, 28. Januar, um 18 Uhr; Freitag, 2. Februar, um 19.30 Uhr; Samstag, 3. Februar, um 19.30 Uhr sowie am Sonntag, 4. Februar, um 18 Uhr.

Die Karten sind in der Zentralbücherei des Gymnasiums, in der Buchhandlung Lienstädt und Schürmann sowie in der Bücherstube Lübbecke erhältlich.

Espelkamper Zeitung vom 8. Januar 2018


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